«Hier in Erlinsbach aufzuhören, war ganz klar ein Vernunftentscheid, der mir emotional nicht leicht gefallen ist», sagt Eva Merz. Sie hat diesen Februar den «Löwen» in der Dorfmitte von Erlinsbach SO übernommen. Seit Ende Juni ist das Lokal geschlossen.

Merz ist Quereinsteigerin im Gastgewerbe und ursprünglich Treuhänderin. Doch vor dem «Löwen» hat sie in Hauenstein-Ifenthal das Restaurant Pintli geführt. Dort erhielt sie nach einem halben Jahr die Kündigung wegen Eigenbedarf. In Erlinsbach versuchte sie dann mit dem gleichen Team wie im Pintli einen Neustart.

«Erlinsbach ist ein gutes Pflaster zum Wirten»

Dieser ist für den «Löwen» und das Team auch gut gelungen: «Erlinsbach ist ein gutes Pflaster zum Wirten», sagt Merz, ohne zu zögern. Sie habe es toll gefunden, wie viele Vereine und «liebe Leute» sie in den letzten sechs Monaten kennen gelernt habe. Anders als ihre Vorgänger habe sie auch keine Probleme mit der Verwaltung gehabt. Diese sei ihr bei Probleme tatkräftig zur Seite gestanden.

Doch obwohl alles gut zu laufen schien, stand nicht alles zum Besten in der Küche des Restaurants. Wie sie in einem offenen Brief auf der Website der Dorfbeiz erklärt, musste sie dort «einen entscheidenden personellen Wechsel vornehmen».

Im Gespräch will sie nicht näher darauf eingehen. Es sei schwierig gutes Personal in der Gastronomie zu finden, sagt sie. Es gäbe nur wenig gute Profile und die seien nicht verfügbar. Diese würden von ihren Betriebe gehegt und gepflegt. So hätten sie keinen Anreiz eine andere Stelle anzunehmen.

Merz steigt aus der Gastronomie aus

Merz erklärt, dass der personelle Wechsel in der Küche sich für sie wieder wie ein Neuanfang angefühlt hätte. Dafür könne sie nicht mehr den notwendigen Elan aufbringen. Sie scheue sich nicht vor harter Arbeiter, sagt Merz, so habe ihr das Wirten immer sehr viel gegeben. «Für einen Neustart muss man aber 200 Prozent geben», sagt sie. Diese könne sie nicht mehr aufbringen.

Wie sie im Brief erklärt, habe sie sich auch gesundheitlich nicht gut gefühlt. Sie sei zum Glück gesund, sehe dieses Unwohlsein aber als «gesundheitlichen Warnschuss». Das habe sie dazu bewegt, das Projekt «Löwen» aufzugeben und auch nicht länger in der Gastronomie tätig zu bleiben.

Sie wünsche sich, dass die Erlinsbacher und der Löwen bald jemanden bekommen, der die Beiz in gutbürgerlicher Manier weiterführt.