Verlagerungspolitik

Das sind die beiden Solothurner «Väter» des neuen Bözberg-Tunnels

Alt Nationalrat Norbert Hochreutener (links) und Alt Ständerat Rolf Büttiker (rechts) freuen sich über das fertige Bauwerk.

Alt Nationalrat Norbert Hochreutener (links) und Alt Ständerat Rolf Büttiker (rechts) freuen sich über das fertige Bauwerk.

Alt Nationalrat Norbert Hochreutener (CVP) und Alt Ständerat Rolf Büttiker (FDP) standen am Anfang des Grossprojektes.

Bereits liegen die Gleise im neuen Tunnel, auch die Deckenstromschiene ist montiert. 2016 wurde mit dem Ausbruch der 2,7 Kilometer langen Doppelröhre begonnen, ab Ende November werden die Züge zwischen Effingen und Schinzbach Dorf durch den neuen Tunnel fahren. Der jetzige Bözbergtunnel von 1875 wird zum Flucht- und Rettungsstollen umfunktioniert.

Da die Eröffnung kurz bevorsteht, haben die SBB am vergangenen Donnerstagmorgen zu einem besonderen Anlass eingeladen: In der Mitte des Tunnels wurden die letzten Schrauben am linken Gleis Richtung Effingen angezogen. Diese waren, wie auch die Laschen und Schwellenblöcke, vergoldet, in Erinnerung an den letzten, goldenen Nagel der amerikanischen «Transcontinental Railroad» von 1869. Politikerinnen und Politiker, Vertreter des Bundesamts für Verkehr, des Kanton Aargau, der SBB und der Baufirma Implenia gaben sich ein Stelldichein zu dieser aussergewöhnlichen Zeremonie.

Ein Niederämter als Berner CVP-Nationalrat

Der Gäuer Rolf Büttiker und der gebürtige Niederämter Norbert Hochreutener sind die politischen «Väter» des neuen Bözbergtunnels. Hochreutener kam 1946 in Niedergösgen zur Welt, wo sein Vater eine Arztpraxis betrieb. Bis zu seinem zwanzigsten Lebensjahr lebte er in der Gemeinde, durch sein Studium kam er in den Kanton Bern. Von 1995 bis 1999 sass er für die Berner CVP erstmals im Nationalrat. 2003 wurde er erneut gewählt und blieb bis 2011 in der Grossen Kammer. Da die CVP den Sitz nicht halten konnte, endete seine Amtszeit abrupt.

Ein Jahr zuvor, am 2. Dezember 2010, reichte er eine Motion ein, die einen durchgehenden Schienen-Korridor von vier Metern Eckhöhe forderte. Rolf Büttiker, 1987 bis 1991 Solothurner Nationalrat, danach bis 2011 Ständerat, reichte wenige Tage später im Ständerat dieselbe Motion ein. Der Bundesrat erhielt den Auftrag, die Nord-Süd-Achse für Lastwagen-Auflieger passierbar zu machen. Der neue Bözbergtunnel wurde mit 350 Millionen Franken das grösste Einzelprojekt des 710 Millionen Franken umfassenden Baukredites.

Hochreutener zeigte sich am Festtag sehr zufrieden. Seine Eingabe sei damals «ein Schuss in die Zukunft» gewesen, um die Verlagerungspolitik voranzutreiben. In der Verkehrskommission des Nationalrates kämpfte er dafür, mehr Güter auf die Schiene zu bringen. Büttiker übernahm eine wichtige Rolle bei der NEAT-Aufsicht.

Nebst dem Bözbergtunnel gehen dieses Jahr auch der Ceneri-Basistunnel und der Eppenbergtunnel in Betrieb.

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