Stüsslingen

Damit das Mami im Berufsleben bleibt: Erste Kindertagesstätte wird eröffnet

Eine Ecke für Kleinkinder ergänzt das Angebot.

Eine Ecke für Kleinkinder ergänzt das Angebot.

Nadine Semsedini eröffnet in Stüsslingen eine Kindertagesstätte. Das «Schatz-Inseli» ist die erste Kita im Dorf.

In einem freistehenden Einfamilienhaus am Brunnmattweg 14 in Stüsslingen eröffnet am 1. November die Kindertagesstätte «Schatz-Inseli». Der Zeitpunkt sei mit den steigenden Corona-Fallzahlen zwar ungünstig gewählt, war aber so auch nicht geplant, erzählt die Mitgründerin, Nadine Semsedini. Der Gedanke eine Kita zu eröffnen schwebte ihr schon etwas länger im Kopf herum, jedoch wurde die Idee konkreter, als ihr Sohn in den grossen Kindergarten kam und sich die Berufstätigkeit und die Betreuung immer schwieriger herausstellte.

Rund 112 Quadratmeter stehen den Kindern zum Spielen zur Verfügung.

Rund 112 Quadratmeter stehen den Kindern zum Spielen zur Verfügung.

Die Umsetzung dieser Idee war sehr zeitintensiv und habe etwas länger gedauert als erhofft. Ursprünglich wollte die 34-jährige im August mit dem Beginn des Schuljahres eröffnen. Bis das kantonale Amt für soziale Sicherheit ihr die Betriebsbewilligung erteilte, ist es nun aber Herbst geworden.

Viele Frauen haben zu wenige Alternativen

von Links nach Rechts Patrizia Rizzo, Nadine Semsedini, Esther Placa und Sévérine Helmetsberger. Es fehlt: Jnes Pries

Vorstand KiTa Schatz-Inseli

von Links nach Rechts Patrizia Rizzo, Nadine Semsedini, Esther Placa und Sévérine Helmetsberger. Es fehlt: Jnes Pries

Semsedini berichtet ein Angebot wie ihres in Stüsslingen bis jetzt vermisst zu haben. Ihr Mann und sie seien beide berufstätig und so sei die Kinderbetreuung tagsüber organisatorisch immer schwierig gewesen. Der Mittagstisch, den die Gemeinde einmal wöchentlich anbietet, bot nur eine geringe Entlastung. Sie ist deswegen überzeugt davon, dass es die Kita in Stüsslingen braucht. «Es ist 2020 und es gibt immer noch viele Frauen, die gerne arbeiten wollen und nicht können, weil es keine Betreuungsangebote gibt. Das sollte nicht so sein».

Gemeindepräsident, Georges Gehriger, sieht es so. Es brauche die Kita. «Das hilft dabei den Standort noch attraktiver zu machen». Es gäbe einige Familien, die sich gegen das Wohnen in Stüsslingen entschieden hätten, weil es der Gemeinde an Betreuungsangeboten mangelt, berichtet er. Die Gemeinde sieht derzeit eine mögliche Ergänzung des Mittagstisches mit der KITA «Schatz-Inseli» und begrüsst das Unternehmertum der Initianten.

Semsedini ist momentan die einzige Mitarbeiterin. Weder die professionelle Kinderbetreuung, noch die Leitung einer Kita sind neu für sie. Die gelernte Kleinkindererzieherin hat zuletzt sechs Jahre die Gesamtleitung einer Kita übernommen. Zuvor hat sie unter anderem als Sozialpädagogin in einem Kinderheim für schwererziehbare Jungen gearbeitet. Die einzige Mitarbeiterin bleiben möchte die 34-jährige aber nicht lange. So kann sie nämlich nur die Aufsicht über fünf Kinder auf einmal übernehmen.

Gerne würde sie deswegen eine Springerin einstellen, die sie im Notfall vertreten kann. Bei genügend Anmeldungen würde sie zudem einen weiteren Betreuer oder eine weitere Betreuerin einstellen. Falls die Nachfrage genügend hoch ist und sie die Kitaplätze füllen kann, ist Semsedini auch nicht abgeneigt einen Lehrling einzustellen. Ihre Pläne hängen aber alle davon ab, wie gut sich der Betrieb in der Gemeinde bewährt.

Das «Schatz-Inseli» wird jeweils von 7 bis 18 Uhr geöffnet haben und richtet sich an Kinder zwischen drei Monaten und der 4. Klasse. Sie verbringen mindestens einen Ganztag oder zwei Halbtage pro Woche in der Kita.

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