Musikgesellschaft Stüsslingen
Da schlug manches Herz in der Halle höher

Die Musikgesellschaft traf an ihrem Jahreskonzert den Geschmack der Besucherinnen und Besucher vollauf.

Edgar Straumann
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Mit dem «Fliegermarsch» von Hermann Dostal hob die MG Stüsslingen zu einem wahren Höhenflug ab.

Mit dem «Fliegermarsch» von Hermann Dostal hob die MG Stüsslingen zu einem wahren Höhenflug ab.

Markus Müller

Selbst die eisigen Temperaturen vermochten die Blasmusikfreunde nicht daran zu hindern, den Weg in die Stüsslinger Mehrzweckhalle zu finden. Schliesslich versprach man dem Publikum einen bunten Mix aus Blas- und Unterhaltungsmusik. Tatsächlich beinhaltete das Programm genau jene Art Musik, die bestens zu unterhalten vermag. Einstudiert wurde jedoch nicht etwa Literatur der leichten Muse, sondern durchweg anspruchsvolle Kompositionen.

Mit dem bekannten «Fliegermarsch» von Hermann Dostal eröffnete die Musikgesellschaft Stüsslingen unter der Leitung von Urs Bachofer ihr diesjähriges Jahreskonzert. Vereinspräsidentin Maja Roth-Bachofer war über den sehr guten Besuch sichtlich erfreut. Moderatorin Mirjam Studinger führte einmal mehr mit Charme und interessanten Erklärungen durch das Programm. Mit «Morgenblüten», einer Mährischen Polka, wurde das Programm fortgesetzt, ehe der Evergreen «La Paloma» einen echten Stilwechsel markierte.

Nochmals in eine andere Richtung ging es mit Mikis Theodorakis’ «Zorba’s Dance». Mit einer gekonnten Temposteigerung fand dieser griechische Welthit beim mitgehenden Publikum grossen Gefallen. «Mis Muchachas», so der Titel von Hans Bachstetters Beguine für Trompeten, schien auf das Stüsslinger Trompetenregister wie massgeschneidert.

Die sechs Trompeter ernteten für ihren Solopart viel Applaus. Ein Schlager-Oldie beendete den ersten Konzertteil: Bald sechzig Jahre sind es her, seit Rocco Granata mit «Marina» die Charts eroberte. Die konzertante Wiedergabe liess manches Herz in der Halle höherschlagen.

Jugendmusik mit Potenzial

Die beiden Gösgen und Stüsslingen vereinen sich in der Jugendmusik Gösglingen. Geleitet wird diese Nachwuchsformation von Christoph Oeschger und Urs Bachofer. Mit ihren vier Vorträgen wurde ein beachtenswertes, ja überdurchschnittliches Können bewiesen. Bevor es zur geforderten Zugabe kam, warteten zwei Jungmusikanten mit einer sympathischen, nicht musikalischen Einlage auf. Sie überraschten ihren Vater Reto Kunz mit einem Präsent zu seinem Geburtstag.

Mit dem Samba «Copacabana» erfolgte der Start zum zweiten Konzertteil. Erinnerungen an die ehemaligen «Pilzköpfe» wurden mit dem Medley «The Beatles in Concert» geweckt. Hits wie «Michelle», «Ticket to Ride», «Yesterday» und «Obladi Oblada» sind auch heute noch allgegenwärtig und fanden in dem von Willy Hautvast verfassten Arrangement grossen Anklang. Nicht minder auch der afrikanische Doo-Wop-Song «The Lion Sleeps Tonight», der zur nochmaligen Wiedergabe herausgeklatscht wurde.

Eine besondere Ehrung

Für ihr 35-jähriges Schaffen auf dem Gebiete der Blasmusik ehrte Vereinspräsidentin Maja Roth die Vizedirigentin und Präsidentin der Musikkommission, Regula Guldimann, mit einem Blumenstrauss. Schon beinahe rekordverdächtig ist die Amtszeit des Dirigenten. Seit 28 Jahren leitet Urs Bachofer erfolgreich die MG Stüsslingen. Auch er verdiente sich einen Blumenstrauss.

Im Welthit «My Way» erlangte Frank Sinatra grosse Beachtung und ist auch heute noch unvergessen. In der konzertanten Wiedergabe glänzte Deborah Studinger mit ihrem Saxophon-Solo. Erst mit der Wiederholung ihres Soloparts gaben sich die Gäste im Saal zufrieden.

Nochmals von ihrer besten Seite zeigte sich die Musikgesellschaft mit dem Medley «The Boney M. Mega Mix», das als Schlussnummer vorgesehen war. Erst mit den Zugaben «Voyage Voyage» und dem obligaten «Stüsslinger Marsch» gab sich das dankbare Publikum zufrieden.

Die Musikgesellschaft Stüsslingen hat mit ihrem Jahreskonzert eine höchst beachtliche Leistung erbracht.

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