Winznau

Bevölkerung darf Wünsche zur Entwicklung der Gemeinde äussern

Nahe bei Olten und doch ein Dorf für sich: In Winznau werden die raumplanerischen Weichen gestellt.

Am Freitagabend und am Samstagmorgen treffen sich die Winznauer zur Zukunftskonferenz. Für ein Mal haben dann die Einwohner und nicht die Gemeinderäte das Sagen.

Die neue Bundesgesetzgebung über die Raumplanung erreicht nun auch in Winznau die Gemeindeebene. Eine von der Gemeinde einberufene «Zukunftskonferenz» am Freitagabend und Samstagvormittag dient dazu, die Stimmen aus der Einwohnerschaft zu sammeln. Die Veranstaltung soll die Grundlage für das räumliche Leitbild liefern, dem anschliessend die Revision der Ortplanung folgt.

Etwa 60 Personen haben bereits ihren Teilnahmetalon bei der Gemeindeverwaltung eingereicht, bis morgen Donnerstag läuft die Nachmeldefrist. Eine Altersuntergrenze gibt es nicht, auch noch nicht stimmberechtigte Jugendliche dürfen sich beteiligen. Andreas Brun, Präsident der Planungskommission und Mitorganisator, wäre froh, es kämen um die 80 Einwohnerinnen und Einwohner. Gemeindepräsident Daniel Gubler hofft auf 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer.

Von der Gegenwart zur Zukunft

Seit der eidgenössischen Abstimmung über das neue Raumplanungsgesetz sind sechs Jahre vergangen. Von verdichtetem Bauen ist die Rede. Die umstrittene Frage, ob Reserve-Bauland zurückgezont werden muss, ist jedoch vorerst in Winznau kein Thema: «Das käme erst bei der Ortsplanung zur Sprache», erklärt Andreas Brun.

Vorerst geht es um ein Gesamtbild. An der «Zukunftskonferenz» wird in Gruppen-Workshops diskutiert, wie sich die Gemeinde in den nächsten zwanzig Jahren entwickeln soll. Dazu wird die Situation der Gegenwart analysiert. Wohnqualität, Arbeitsplätze, Ortsbild, Einwohnerzahl, Energie, Parkplätze, öffentlicher Verkehr, Landwirtschaft, Natur und Freizeit sind nur einige der Themen, mit denen sich die Winznauerinnen und Winznauer auseinandersetzen können.

Gemeinderat hält sich zurück

Abstrakte Visionen und konkrete Wünsche können gleichermassen eingebracht werden, um so die zukünftige Entwicklung zu steuern. Inhaltliche Grenzen gebe es keine, betont Brun: «Der Fächer ist offen.» Vertreter vom Ingenieurbüro BSB+Partner werden die Veranstaltung moderieren.

Gemeindepräsident Gubler wird der Veranstaltung auch beiwohnen, allerdings in der Rolle des «interessierten Beobachters», wie er festhält. «Hier ist die Meinung der Bevölkerung gefragt, nicht die des Gemeinderates.» Er hofft auf eine intensive Debatte: «Ich wünsche mir kontroverse Diskussionen, in denen möglichst viele Ideen auf den Tisch kommen. Am Schluss soll ein räumliches Leitbild entstehen, welches in einer Gesamtsicht die Interessen der Mehrheit unserer Bevölkerung berücksichtigt und abbildet.»

Auswertungsbericht bis Mitte 2020

Die Berater von BSB+Partner werden die Ergebnisse nach der Veranstaltung auswerten. Einzelne Teilergebnisse der «Zukunftskonferenz» werde die Planungskommission möglicherweise in der ersten Jahreshälfte veröffentlichen, erklärt Brun.

Bis Mitte 2020 erstellt die Planungskommission zuhanden des Gemeinderates einen Auswertungsbericht. An einer Gemeindeversammlung wird danach das räumliche Leitbild verabschiedet, worauf die Ortsplanrevision startet.

Dörflichen Charakter bewahren

Die Frage, wie Winznau in zwanzig Jahren aussehen werde, kann Brun noch nicht beantworten, er will dem jetzt angestossenen Prozess nicht vorgreifen. Grundsätzlich fallen ihm aber drei Merkmale auf, die der grossen Mehrheit der Einwohnerschaft wichtig seien: «Viele Leute in Winznau schätzen den dörflichen Charakter, die Nähe zur Stadt Olten und gleichzeitig die ländliche Umgebung. Das gilt es auch in Zukunft zu bewahren.»

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