Buechehof Lostorf

Betreute dürfen im Alter in gewohnter Umgebung bleiben

© ZVG von topos-architekten

Im Ausrichtungsprozess zum zwanzigjährigen Bestehen des Buechehofs wurde für die Begleitung von älter werdenden Betreuten die Vorgabe formuliert: «Integration der Altersfrage in die normale Alltagsbetrieb-Pflege bis und mit Spitex».

Gemäss seinem Leitbild bietet der Lostorfer Buechehof Menschen mit einer kognitiven Beeinträchtigung unabhängig von deren Alter Wohn- und Arbeitsplätze. Die Altersstruktur am Buechehof ist breit gefächert und reicht vom Schulabgänger bis zu Menschen kurz vor dem oder im Pensionsalter. Zu berücksichtigen sei, dass Menschen mit einer Beeinträchtigung je nach Konstitution früher altern oder in mit dem Älterwerden vergleichbare Veränderungsprozesse kommen, ergänzte Heimleiter Andreas Schmid bei der Vorstellung eines Ausbauvorhabens an der Jahresversammlung des Vereins Buechehof. Im Ausrichtungsprozess zum zwanzigjährigen Bestehen des Buechehofs wurde für die Begleitung von älter werdenden Betreuten die Vorgabe formuliert: «Integration der Altersfrage in die normale Alltagsbetrieb-Pflege bis und mit Spitex».

Ziel ist eine Alterswohngruppe

Da nun mehrere Betreute älter sind und im normalen Wohngruppen- und teilweise auch Arbeitsalltag an ihre Grenzen stossen, griff der Vorstand 2015 die Frage erneut auf und berief eine Arbeitsgruppe ein. Das entstandene Konzept betont, dass die Betreuten ihr Alter in Würde am Buechehof verbringen können. Ziel ist eine Alterswohngruppe, entsprechend der im «Stöckli» wohnenden älteren Generation in Bauernbetrieben. So können die Betreuten so lange wie möglich in ihrem gewohnten Umfeld wohnen und in ihrem altersentsprechenden Rhythmus respektive ihrer Konstitution angemessen weiter mitarbeiten und bleiben vollumfänglich integriert. Die Alterswohngruppe ist als selbstständige, soweit wie möglich autonome Wohngruppe vorgesehen.

Das ehemalige Sigristenhaus an der Mahrenstrasse 102, das heute schon die Weberei des Buechehofs beherbergt, wird als «Altershaus» umgebaut. Neben Einzelzimmern und Gemeinschaftsräumen werden auch Therapieräume eingerichtet. Die Stockwerke werden alle barrierefrei und vertikal durch einen Lift miteinander verbunden sein. Das Haus wird zudem mit rollstuhlgängigen Verbindungen an den Buechehof angeschlossen, sodass die älteren Betreuten auch bautechnisch in den Buechehof-Alltag integriert sind. Konzept und Visualisierungen des «Stöcklis» stiessen an der Jahresversammlung auf reges Interesse und Begeisterung.

Neue Geschäftsleitung eingesetzt

Im Lauf des vergangenen Jahres suchte der Vorstand zusammen mit Andreas Schmid nach einer Lösung, um den Heimleiter zu entlasten und damit Zeit für Zukunftsthemen zu schaffen. Per 1. Juni wurde eine neue Geschäftsleitung eingesetzt: Neben Gesamtleiter Andreas Schmid sind das neu Beat Gygax, Leitung Personalwesen, Sonya Egger, Leitung Arbeit, und Martin Meyer, Leitung Wohnen. Alle vier Geschäftsleitungsmitglieder sind seit längerer Zeit am Buechehof tätig.

«Begabungen» steht als Thema über dem Jahresbericht 2015. Rainer Kirchhofer, Präsident des Vereins, berichtete von seinen Begegnungen mit Betreuten und von Veränderungen am Buechehof. «Nicht behindert, sondern anders begabt» lautete sein Jahresberichtstitel. Er werde am Buechehof immer von fröhlichen Menschen begrüsst. Einfach nur fröhlich und zufrieden zu sein, sei auch eine der Begabungen, die wir sogenannten Nichtbehinderten wohl verlernt hätten. Wir alle, die Gesellschaft, seien aufgefordert, weniger von Behinderungen, sondern von anders gewichteten Begabungen zu sprechen.

Seinen Bericht schloss Kirchhofer mit der Verdankung einer Grossspende, mit der im vergangenen Jahr erreicht werden konnte, dass der Buechehof sich nun mit einer grossen Photovoltaikanlage zu zwei Dritteln mit eigenen Strom versorgt. Heimleiter Andreas Schmid beschrieb die Begabungen der Betreuten als Glück, das er jeden Tag am Buechehof erfahren dürfe. Man müsse dies nur wahrnehmen wollen.

Die Jahresberichte und die Jahresrechnung 2015 wurden einstimmig genehmigt.

Film über den Buechehof entsteht

Zu Beginn der Jahresversammlung kamen Vereinsmitglieder und Gäste in den Genuss eines Trailers des Films «Buechehof, wer Freude sät», der in «Peter’s Filmwerkstatt», Olten (Peter Bolliger und Peter Schurte) am Entstehen ist. Wunderbare Aufnahmen, teils aus der Vogelperspektive, teils mitten drin, zeigen Leben und Arbeiten am Buechehof – ohne viele Worte.

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