Eine heimelige und authentische Atmosphäre, das machte den Engelberg-Schwinget bisher aus. Im Juli 2018 nahmen rund 1400 Zuschauer den Weg auf den Engelberg ob Dulliken auf sich, um dem neunten Schwingfest beizuwohnen. In drei Sagmehlringen trugen 43 Aktive und weit über 100 Jungschwinger ihre Kämpfe aus. Für das Organisationskomitee war das Fest ein voller Erfolg. Man sprach bereits von der zehnten Ausgabe des Schwingets auf dem Engelberg.

Acht Monate später schlägt das OK nun eine neue Richtung ein. Das Schwingfest bekommt einen neuen Namen, einen neuen Ort und einen neuen Präsidenten: «Der Munimatt-Schwinget, so heisst neu das Schwingfest des Schwingklubs Olten-Gösgen, findet nun alljährlich auf der gleichnamigen Munimatte in Obergösgen statt», schreibt Rolf Wuethrich in der Medienmitteilung des Schwingklubs Olten-Gösgen.

Kürzere Wege, nähere Infrastruktur

Auf Anfrage erklärt der OK-Präsident ad interim: «Der Landbesitzer des Grundstücks auf dem Engelberg sorgte sich bereits seit einiger Zeit darum, dass wir als Fest immer weiter wachsen.» Vor allem die zunehmende Zuschauerzahl und der damit verbundene Mehrverkehr hätten Vorbehalte ausgelöst. Darum habe sich das OK umgeschaut nach einem neuen Standort für das traditionelle Schwingfest. Und es wurde fündig: «Die Munimatte in Obergösgen bringt uns viele Vorteile», so Wuethrich. Das Gelände sei nicht nur zugänglicher als der Engelberg, auch seien die Transportwege kürzer und die nötigen Infrastrukturen näher.

Allzu viel würde sich mit dem neuen Veranstaltungsort aber nicht ändern: «Sägmehlringe sind Sägmehlringe», meint Wuethrich pragmatisch. Schliesslich wolle das OK an der Tradition des Schwingfests mit seinem familiären Charakter festhalten. «Der Grundstein dazu wurde auf dem Engelberg gelegt, jetzt machen wir in Obergösgen weiter», verkündet der Präsident des Schwingklubs Olten-Gösgen.

Neben der Munimatte in Obergösgen sind laut Medienmitteilung zuerst auch Standorte in Trimbach oder Olten diskutiert worden. Letzterer sei nicht infrage gekommen, da es in der Stadt lediglich Hartplätze gehabt hätte, die zusätzliche baulichen Massnahmen erfordert hätten. Schliesslich habe man sich zusammen mit den Gemeindepräsidenten von Trimbach und Obergösgen auf die Munimatte geeinigt.

«Es hat alles gepasst»

Der Obergösger Gemeindepräsident Peter Frei zeigt sich erfreut. Er sagt auf Anfrage: «Schwingen wird in der Schweiz immer populärer und wir freuen uns, dass Obergösgen der neue Austragungsort des Schwingfestes ist.» Für das Fest am 7. Juli 2019 habe der Gemeinderat grundsätzlich die Zusage gegeben. Der Standort sei optimal für die Durchführung. Am Tag des Fests habe genau vor 35 Jahren das Nordwestschweizer Schwingfest in Obergösgen stattgefunden, an dem Leo Betschart den Sieg holte. Frei: «Es passt grundsätzlich alles.» Noch müssten allerdings die Details für die Bewilligung des Grossanlasses erledigt werden.

Ob Obergösgen nun jedes Jahr Gastgeber des Schwingfests ist, kann Gemeindepräsident Frei noch nicht endgültig beantworten. «Wir müssen zuerst schauen, wie das diesjährige Fest verläuft.» Ein wichtiger Punkt sei der Zustand der Wiese auf der Munimatte: Der Sportplatz wird genutzt von der Schule und den Sportvereinen. So tragen etwa der MTV Obergösgen und der Cricketclub Olten ihre Meisterschaften und Turniere auf der Munimatte aus. «Dass das Fest gleich zu Beginn der Sommerferien stattfindet, ist ideal. So hat die Wiese fünf Wochen Zeit, um sich zu erholen», sagt Frei.

Während sich der Gemeindepräsident noch vorsichtig zu weiteren Schwingfesten auf der Munimatte äussert, plant der Schwingklub Olten-Gösgen bereits das Solothurner Kantonalschwingfest im Jahre 2022. Wuethrich: «Natürlich sind wir ein wenig wehmütig, dass wir den Engelberg verlassen. Aber wir schauen nun motiviert nach vorne, im Wissen, dass wir künftig auf der Munimatte auch grössere Feste durchführen können.»