Aus Niederämter Sicht
Herbst-Kulinarik schafft Reserven für die Wintersaison

Yves Künzli
Yves Künzli
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Patrick Lüthy (Archiv)

Die Tage werden zusehends kürzer und die Temperatur sinkt jeweils gegen Abend schnell – der Herbst zieht in der Schweiz ein. Mit ihm startet auch die neue Volleyballsaison: Die neu formierte Schönenwerder NLA-Truppe konnte bereits sechs von möglichen neun Punkten einfahren. Nun folgen zwei Auswärtsspiele, wo die Niederämter in der Favoritenrolle sind und ihre Ambitionen in der Tabelle bekräftigen können.

Mein grösstes Hobby neben Volleyball sind eindeutig Kochen und Essen. Dabei gehört der angebrochene Herbst zu meiner liebsten Jahreszeit in der Küche. Nach der leichten Sommerküche mit viel Fleisch und Fisch vom Grill sowie Salaten, folgen traditionell eher kräftige Gerichte im Herbst. Eine ausgewogene Herbstküche sollte das Immunsystem für den bevorstehenden Winter stärken und im Körper die notwendigen Reserven aufbauen.

Frische Pilze, süsser Apfelsaft, reife Birnen liegen am Wochenmarkt im Angebot und die Lust auf warme Suppen steigt. Natürlich ist der Herbst auch Wild-Saison, denn es finden die grossen Treibjagden statt. Wildfleisch macht jedoch nicht mehr als ein Prozent des gesamten Fleischkonsums in der Schweiz aus. Ganz anders sieht es beim Kürbis aus: Hierfür hat sich die Anbaufläche in der Schweiz in den letzten zehn Jahren verdreifacht.

Der Kürbis ist mit 200 Sorten an Speisekürbissen ein sortenreiches Trendgemüse. Allesamt liefern dem Körper viele Vitamine und Mineralstoffe wie Magnesium, Kalzium und Eisen. Mein Favorit ist klar der Butternut, welcher ein feines Butteraroma hat und sich vielseitig verwenden lässt: Grillen, Braten oder als Suppe. Der Hokkaidokürbis hat eine tolle orangerote Farbe und ist im Aroma leicht nussig. Besonders praktisch ist er in der Zubereitung, da die dünne Schale – anders als bei den meisten übrigen Kürbissorten – beim Kochen weich wird und gegessen werden kann.

Jeden Herbst lese ich über den Trend Rosenkohl, aber egal was ich mit diesem Gemüse versucht habe: mit Honig, mit Curry, mit Zucker, mit Beeren – nichts davon hat mir geschmeckt.

Worauf ich jeden Herbst Lust habe, ist eine traditionelle Metzgete. Bei einer Metzgete werden zuerst alle Teile des Schweins, die man nicht lange aufbewahren kann, gegessen. Somit ist der Gedanken hinter einer Metzgete sehr nachhaltig, denn es geht um die Verwertung des ganzen Tieres. Dies bildet ein wichtiger Aspekt, welcher in der modernen Küche an Bedeutung gewinnt. Auch wenn manche Gerichte auf den ersten Blick nicht unbedingt in eine Sportlerernährung passen, liefern gerade diese Herbstgerichte besonders viel wichtige Nährstoffe.

Meiner Meinung nach gehört zu jedem gesunden Körper auch ein gesunder Geist und da spielt der Genuss und die Kulinarik für das Wohlbefinden in der kalten Jahreshälfte eine wichtige Rolle. Also sollte man sich doch im nasskalten Herbst den einen oder anderen «Cheatday» erlauben, um danach mit viel Elan in den Winter zu starten und sich in der Hallensaison dann weiter steigern zu können.

Yves Künzli ist Unternehmer und Präsident von Volley Schönenwerd und lebt in Erlinsbach.

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