Statisten

600 Freiwillige gesucht: Im neuen Eppenbergtunnel soll für den Ernstfall geübt werden

Der Eppenbergtunnel geht bald in Betrieb. (Archivbild)

Der Eppenbergtunnel geht bald in Betrieb. (Archivbild)

Die SBB sucht Statisten. Sie plant eine grosse Rettungsübung, bevor der neue Eppenbergtunnel eröffnet wird.

Rettungsübung «Bellawerde» nennt die SBB in einer Mitteilung die gross angelegte Simulation im Herbst. Was nach einer Geheimdienstoperation klingt, ist eine Rettungsübung für den Ernstfall. Wie die SBB in der Mitteilung schreiben, sollen an der Übung vom 23. September 2020 die «Einsatz- und Evakuationsprozesse im Ereignisfall» überprüft werden. Es werden 600 Freiwillige gesucht. Teilnehmen können Personen, die älter als 16 Jahre sind. Geübt werden soll der Ablauf und die Einhaltung eines Einsatzplans. Dieser Einsatzplan erarbeitete die SBB gemeinsam mit Blaulichtorganisationen, die als «Partner» an der Übung teilnehmen. Diese Partner sind lokale Einheiten der Feuerwehr, Sanität, Polizei und Zivilschutz.

Bevor die SBB den Eppenbergtunnel mit dem Fahrplanwechsel vom 12. Dezember in Betrieb nehmen, testet sie den Ablauf des Einsatzplans. Im Ernstfall sind Zuständigkeiten und Verantwortung klar geregelt. Mit der Übung will die SBB die Koordination währen eines Ereignisses trainieren. Die 600 freiwilligen Teilnehmenden – die SBB nennt sie Figuranten – spielen dabei die Rolle von Reisenden. Auf Anfrage sagt Oli Dischoe, Mediensprecher bei der SBB: «Wir möchten im Vorfeld nicht genau darüber informieren, welches Szenario an der Übung durchgespielt wird, ein Ernstfall ist nie planbar.» Es soll also ein gewisser Überraschungseffekt aufrecht erhalten bleiben. Die SBB sucht nach Freiwilligen «die bereit sind, als eine der ersten Personen in den Eppenbergtunnel zu gehen, und die durch ein simuliertes Grossereignis betroffenen Reisenden zu spielen.»

Zu aller Planung hinzu kommen die Vorsichtsmassnahmen gegen Corona. Die SBB schreibt: «Wir werden Seitens Übungsleitung besorgt sein, dass die Schutzmassnahmen eingehalten werden können.» Für den Einsatz während der Rettungsübung will die SBB Hygienemasken zur Verfügung stellen. «Chek-in» ist um 8 Uhr bei der Stadthalle in Olten. Die Übung dauert bis um 16 Uhr. Auf dem Tagesprogramm steht ein Briefing, Verpflegung, Transfer zum «Ereigniszug», die Übung, Rückkehr zur Stadthalle Olten und eine erneute Verpflegung. Interessierte können sich online über ein Formular anmelden. Weil aus epidemiologischer Sicht noch Unsicherheiten bestehen, will die SBB zeitnah vor der Übung erneut über deren Durchführung informieren.

Auch in anderem Tunnel wird für Notfall trainiert

Eine ähnliche Rettungsübung ist im ebenfalls neuen Bötzbergtunnel angedacht. Diese soll am 15. August stattfinden und trägt den Namen «Sissle 20». Hier sucht die SBB 100 «Figurantinnen und Figuranten». Gemäss Dischoe finden die SBB aus Erfahrung genügend Interessierte.

«Dadurch, dass wir frühzeitig und über die Medien informieren, stellen wir sicher, dass genug Leute mitmachen.» Auch eine demografisch authentische Abbildung der Bevölkerung sei in der Regel kein Problem.

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