Lostorf

«30 Jahre Achtung für Mensch und Natur»: Der Buechehof feiert und erweitert sein Angebot

v.l. Andreas Schmid, Gesamtleiter Buechehof, Architekt Sämi Bünder, Regierungsrätin Susanne Schaffner, Gemeindepräsident Thomas Müller, Rainer Kirchhofer (Trägervereinspräsident) und Urs Huber, Kantonsratspräsident, vor dem umgebauten Sigristenhaus «102».

v.l. Andreas Schmid, Gesamtleiter Buechehof, Architekt Sämi Bünder, Regierungsrätin Susanne Schaffner, Gemeindepräsident Thomas Müller, Rainer Kirchhofer (Trägervereinspräsident) und Urs Huber, Kantonsratspräsident, vor dem umgebauten Sigristenhaus «102».

Der Buechehof in Lostorf feiert sein 30-jähriges Jubiläum. Zum runden Geburtstag schenkt sich die soziale Institution ein Stöckli und erweitert ihr Angebot um eine Alterswohngruppe.

Seit nunmehr drei Jahrzehnten bietet der Buechehof in Lostorf Menschen mit einer kognitiven Beeinträchtigung einen Platz zum Wohnen, Arbeiten, Zusammensein – kurz: zum Leben. Die vergangenen 30 Jahre waren geprägt von stetiger Weiterentwicklung. Kein Jahr, in dem nicht Neues geplant und gebaut oder Bestehendes erweitert oder modernisiert wurde (siehe Box).

Zum runden Geburtstag erhält der Buechehof eine wegweisende Erweiterung: eine Wohngruppe für altersgerechtes Wohnen. Das Projekt «102 im 102» trägt dem Umstand Rechnung, dass einige der Betreuten am Buechehof mittlerweile selber ein gewisses Alter erreicht haben. Sie sollen den Herbst des Lebens in ihrem gewohnten Umfeld verbringen dürfen. Wichtig ist dabei, dass sie weiterhin in die Tagesstruktur der Einrichtung eingebunden bleiben.

«Meine Grosseltern hatten auch ein Stöckli. Dort konnten sie sich zurückziehen aber immer noch auf dem Hof mithelfen», erzählte Regierungsrätin Susanne Schaffner, die gestern im Namen des Kantons eine Grussbotschaft zur Eröffnung und zum Jubiläum überbrachte. Sie betonte, wie wichtig es für Menschen mit einer Beeinträchtigung sei, ein möglichst eigenständiges Leben führen zu können. Dass dies auf dem Buechehof der Fall sei, habe ihr auch der Dokumentar-Film «Wer Freude sät» gezeigt, der vergangenes Wochenende in Olten Premiere feierte (siehe Artikelende).

Schonender Umbau

Gemeinsam mit Kantonsratspräsident Urs Huber und Gemeindepräsident Thomas Müller durfte die Solothurner Sozialdirektorin gestern das neugestaltete Sigristenhaus an der Mahrenstrasse 102 erkunden. Nicht ohne Stolz präsentierten Buechehof-Gesamtleiter Andreas Schmid, Trägervereinspräsident Rainer Kirchhofer und Architekt Sämi Bünder das Resultat der Arbeit der vergangenen Monate, an der sich übrigens auch die Betreuten emsig beteiligt hatten. «Es ging zu wie in einem Bienenhaus», sagte Andreas Schmid anlässlich der Eröffnung, die von Michael Neuenschwander sowie der Uraufführung des Buechehof-Liedes musikalisch untermalt wurde.

Das 150-jährige Haus wurde komplett ausgehöhlt und dem neuen Zweck angepasst, ohne den Charme des Gebäudes dabei zu vernachlässigen. «Sinn und Geist des Hauses sind erhalten geblieben», erklärte Architekt Sämi Bünder. Die moderne Infrastruktur mit Lift und ebenerdigen Verbindungen tragen den Bedürfnissen der künftigen Bewohnern Rechnung.

Die Alterswohngruppe im Obergeschoss bietet Platz für fünf Personen. Im lichtdurchfluteten Erdgeschoss zieht wieder die Weberei ein, das Dachgeschoss beherbergt Therapieräume und eine kleine Betreuerwohnung. Bis die ersten Bewohner einziehen, dauert es noch rund drei Wochen, sagte Andreas Schmid. Der Buechehof-Leiter freut sich, dass nach der mehr als einjährigen Bauphase endlich wieder Leben in das Haus einkehrt. «Ich bin überzeugt, dass es den Buechehof-Gründern am Vorabend der Eröffnung vor 30 Jahren ähnlich erging», sagte Schmid.

In Würde altern

Die Pioniere von damals hatten das Ziel, einen Platz zu schaffen, wo Menschen mit einer Beeinträchtigung dazugehören und sich einbringen können. Darüber, dass die Betreuten auch älter werden, machte man sich 1987 noch wenig Gedanken. Dies stelle Institutionen für Beeinträchtigte heute vor grosse Herausforderungen, stellte Trägervereinspräsident Rainer Kirchhofer fest. Der Buechehof beweise mit der Alterswohngruppe «102» daher umso mehr seine Anpassungsfähigkeit an diese neuen Herausforderungen. «Wir schieben alte Betreute nicht einfach ab. Sie sollen in Würde altern können und dabei integriert bleiben», so Kirchhofer.

Diese Haltung ist auch für Lostorfs Gemeindepräsident Thomas Müller erfreulich. Überhaupt sei der Buechehof für das Dorf ein Vorbild. «30 Jahre Buechehof sind 30 Jahre Achtung für Mensch und Natur», sagte er und überbrachte im Namen der Gemeinde noch einen «Batzen» zum runden Geburtstag.

Wer Freude sät, Leben auf dem Buechehof

Wer Freude sät, Leben auf dem Buechehof

Ein Dokumentarfilm nach einer Idee von Peter Bolliger über das Leben auf dem Buechehof.

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