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Judith Frei
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Parallel zur Aare gibt es eine 35 Meter lange Uferschutzzone.

Parallel zur Aare gibt es eine 35 Meter lange Uferschutzzone.

Bild: Hanspeter Bärtschi

Im Sommer sei die Wiese immer voller Leute, die in der Aare baden wollen, sich ein Sonnenbad gönnen oder picknicken und die schöne Umgebung geniessen, erklärt Gemeinderat Claudio Hug. Er selber sei auch gerne auf dieser Wiese. Jetzt hat die CVP/GLP-Fraktion mit ihm als Erstunterzeichner eine Motion im Gemeinderat eingereicht, die beantragt, «dass der Teil der Parzelle 3156, welcher der Uferschutzzone zugewiesen ist, öffentlich zugänglich bleibt.»

Die Parzelle gehört zum Finanzvermögen der Stadt

Die Parzelle 3156 gehört der Stadt Solothurn und reicht in der Breite von der Aare bis zu der Häuserzeile und in der Länge von der Steinbruggstrasse bis zur Allee, die zum Bischofssitz führt. «Es ist Land an bester Lage, ein Filet-Stück, sozusagen», sagt Hug. Die Stadt könne diese für teures Geld verkaufen. Doch nicht die ganze Parzelle ist Bauland: 35 Meter parallel zur Aare liegt in der Uferschutzzone. Der Rest ist nach der Ortsplanungsrevision dreigeschossigen Wohnzone (W3a). «Wir befürchten, dass bei einem möglichen Landverkauf dann Nutzungskonflikte entstehen», erklärt Hug. So könnten sich die Bewohner einer neuen Siedlung von den Leuten gestört fühlen, die auf der Wiese ihre Freizeit geniessen. «Es ist nicht ausgeschlossen, dass die neuen Besitzer die Leute wegweisen können», sagt er. Um solche Konflikte zu verhindern, hat er diese Motion eingereicht. «Der Gemeinderat soll im Planungsgrundsatz beschliessen, dass die Parzelle im Bereich der Uferschutzzone öffentlich zugänglich bleibt.» Bei einem allfälligen Verkauf seien so die «Leitplanken» für den neuen Besitzer gesetzt. Die Umsetzung des Grundsatzes sei dann Sache der GRK.

Nicht nur ein Anliegen der CVP/GLP-Fraktion

Dieses Anliege hat im Rahmen der Ortsplanungsrevision schon die Juso eingebracht, sie forderten damals aber eine Auszonung. Die Kommission für Planung und Umwelt war gegen eine Auszonung, da es sich hier um Land in bester Lage handelt. Diese Argumentation war für die CVP/GLP nachvollziehbar gewesen, schreibt die Fraktion. Deshalb habe sie sich dazu entschieden, ihr Anliegen erst später dem Gemeinderat vorzulegen.

Viele Negativbeispiele in der Stadt

«Es gibt viele Negativbeispiele in der Stadt, wo das Aareufer nicht öffentlich zugänglich ist», moniert Erstunterzeichner Hug. Wie beispielsweise zwischen der Altstadt und der Velobrücke in der Nähe des Freibads. Dort liegen über weite Teile Privatgrundstücke direkt am Fluss und bieten der Bevölkerung keinen Zugang. Auch direkt nordöstlich der Parzelle 3156 gäbe es ein schlechtes Beispiel, so Hug. Der Zaun des Grundstückes führt bis zum Weg und bietet keinen Platz für das Badetuch.