Biberist

Mondaine baut Produktionskapazitäten aus

Offizielle Eröffnung des Mondaine Hauses: v.l.: Andre Bernheim, Dr. Ernst Thomke, Ronnie Bernheim

Offizielle Eröffnung des Mondaine Hauses: v.l.: Andre Bernheim, Dr. Ernst Thomke, Ronnie Bernheim

Der Uhrenhersteller Mondaine in Biberist wächst weiter. Künftig werden einzelne Uhrenmodelle zusätzlich in Biberist statt in Asien hergestellt. Obwohl der Standort teurer ist, seien die Kunden bereit, für «Swiss Made»-Uhren mehr zu bezahlen.

«Wir haben ein sehr gutes Geschäftsjahr 2010 hinter uns», erklärt Ronnie Bernheim, Co-Leiter und Co-Besitzer der Uhrenfirma Mondaine Watch AG in Zürich mit Produktion in Biberist. Umsatzzahlen gibt das Familienunternehmen zwar nicht bekannt. Aber das Wachstum sei insgesamt sowohl absatz- wie umsatzmässig in hohem zweistelligen Bereich ausgefallen. Hauptrenner ist die Marke Mondaine mit der legendären «Bahnhofsuhr für das Handgelenk».

Die Marke Luminox, die Mondaine für eine Schwesterfirma herstellt, habe gar «eine phänomenale Entwicklung» hinter sich. «Die Produktionskapazitäten der Fabrik waren das ganze Jahr voll ausgelastet.» Damit liegt Mondaine voll im Trend. Denn die gesamte schweizerische Uhrenindustrie läuft auf Hochtouren. Die Exporte stiegen 2010 um über 22 Prozent an.

Produktion von Asien nach Biberist

Die Nachfrage sei so hoch, dass der Rückgang der M-Watch-Produktion nach dem Zerwürfnis mit der Migros gut verkraftet werden könne (wir berichteten). Es sei nun geplant, die Kapazitäten im laufenden Jahr weiter auszubauen. Insbesondere will Bernheim einen Teil der Produktion von Uhren mit Lizenzmarken der 2009 gegründeten Marlox-Gruppe von Asien nach Biberist verlagern. Die von Ronnie und André Bernheim mit zwei Partnern gegründete Marlox übernahm damals Produktionseinheiten in China und Hongkong des insolventen Egana-Goldpfeil-Konzerns. Damit verfügt Marlox über die weltweiten Lizenzen zur Herstellung und Vermarktung von Esprit, Joop und Pierre Cardin (Uhren und Schmuck) sowie für Puma (Uhren).

Die in Asien hergestellten Uhren werden jetzt schon vom Distributionscenter im Biberister Mondaine-Haus aus in europäische Länder vertrieben. «Künftig werden wir zumindest einen Teil der Modelle der Joop- und Espritmarken in Biberist auch produzieren», erläutert Bernheim. Ist die Produktion hier nicht teurer? Das sei so, aber es seien höherwertige Produkte und es gebe Absatzmärkte, die bereit seien, für eine «Swiss-Made-Uhr» auch mehr zu bezahlen.

Neue Arbeitsplätze geplant

Mit dem Ausbau würden in Biberist weitere Stellen geschaffen, erklärt Bernheim. Mondaine beschäftigt nach Firmenangaben aktuell in Biberist und in Zürich 100 Angestellte. Marlox zählt weltweit 2000 Mitarbeitende, davon gut 50 in der Schweiz.

Die Aussichten für 2011 bezeichnet Bernheim insgesamt als gut. Mit Exportanteilen von über 80 Prozent bereite der starke Franken allerdings Bauchweh. Als noch gefährlicher beurteilt er wiederholt die Bestrebungen, die gesetzliche Swiss-Made-Regelung zu verschärfen. «Gerade die Schweizer Hersteller von Uhren im günstigeren und mittleren Preissegment wären dadurch sehr gefährdet.»

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