«Zu grosses Risiko»
Provisorische Bewilligung fehlt: Das Sterbehospiz im Derendinger Pfarrhaus steht auf der Kippe

Der Verein Sterbehospiz möchte ins Derendinger Pfarrhaus ziehen. Es fehlt jedoch die provisorische Betriebsbewilliung. Sollte diese bis Ende April 2021 nicht vorliegen, soll das Projekt abgebrochen werden, hat der Kirchgemeinderat der Kirchgemeinde Wasseramt nun entschieden.

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Aus dem ehemaligen Pfarrhaus in Derendingen könnte ein Sterbehospiz werden.

Aus dem ehemaligen Pfarrhaus in Derendingen könnte ein Sterbehospiz werden.

Hans Peter Schläfli

Nachdem die Verhandlungen zwischen dem Verein Sterbehospiz Solothurn und der Reformierten Kirchgemeinde Wasseramt bereits seit dem Spätherbst 2019 im Gange sind, und die Kirchgemeindeversammlung am 9. Dezember 2020 entschieden hat das Projekt weiterzuverfolgen, steht dieses nun auf der Kippe. «Grund dafür ist die fehlende provisorische Betriebsbewilligung, welche durch das Amt für soziale Sicherheit ausgestellt würde», schreibt Kirchgemeindepräsident Martin Joss in einer Mitteilung.

Die Kirchgemeindeversammlung hat dem Kirchgemeinderat den Auftrag gegeben, die notwendigen Umbauarbeiten von rund 460‘000 Franken nur in Angriff zu nehmen, wenn die geforderten Unterlagen wie Businessplan, Seelsorgekonzept, Betriebskonzept, Finanzierungsnachweis für den Betrieb von mindestens 3 Betriebsjahren, sowie eine provisorische Betriebsbewilligung von Seiten Kanton bis Mitte Februar 2021 vorgelegt werden können.

Der Verein hat die notwendigen Unterlagen erarbeitet und rechtzeitig vorgelegt, was fehlte ist die provisorische Betriebsbewilligung. Genau diese ist aber Voraussetzung, damit die Kirchgemeinde Wasseramt die Umbauarbeiten startet.

Grosse Finanzierungslücke

Mit Vorbescheid vom 8. Februar 2021 hat das Amt für soziale Sicherheit dem Verein Sterbehospiz mitgeteilt, dass aufgrund der grossen Finanzierungslücke aktuell keine provisorische Betriebsbewilligung ausgestellt werden könne.

Der Kirchgemeinderat habe das Schreiben des Amtes zur Kenntnis genommen, heisst es weiter. Die intensiven Bemühungen des Vereins seien dem Kirchgemeinderat ebenfalls nicht entgangen. So wurde dem Verein Sterbehospiz eine Frist von weiteren zwei Monaten erteilt, mit der Hoffnung, die Finanzierungslücke schliessen zu können.

«Die provisorische Betriebsbewilligung muss also spätestens Ende April 2021 vorliegen, ansonsten wird das Projekt vom Kirchgemeinderat gestoppt, und die Liegenschaft einer anderen sozialen Institution zu Verfügung gestellt», schreibt Kirchgemeindepräsident Martin Joss zum Beschluss des Rates an seiner Sitzung vom 24. Februar 2021.

«Zu grosses Risiko»

Der Kirchgemeinderat steht weiterhin hinter der Idee des Sterbehospizes, und würde den Abbruch des Projektes sehr bedauern. Auf der anderen Seite sei der Kirchgemeinderat in der Pflicht, sorgsam mit den Finanzen der Steuerzahler umzugehen, heisst es weiter.

Die fehlende Erteilung einer provisorischen Betriebsbewilligung aufgrund einer zu grossen Finanzierungslücke, wäre für die Kirchgemeinde «ein zu grosses finanzielles Risiko». (mgt/ldu)