Gemeindepräsidentin Jasmine Huber sprach sich mit Nachdruck für eine zusätzliche Bushaltestelle im Ortsteil Niederwil aus. «Wir wollen das Gebiet besser an den öffentlichen Verkehr anschliessen.» Dies wäre im Sinn der älteren Einwohnerinnen und Einwohner, die im Bereich der künftigen Haltestelle an der Verzweigung zwischen Haupt-, Balm- und Dorfstrasse wohnen.

Ihrem Antrag lag eine Begehung mit einem Vertreter des Amtes für Tiefbau und Verkehr und mit Postautounternehmer Mario Flury zugrunde. Mit den dabei gewonnenen Erkenntnissen – auch bezüglich eines geplanten Neubaus für Senioren in diesem Gebiet – bestätigte der Kanton die Notwendigkeit einer zusätzlichen Haltestelle im Abstand von rund 300 Meter zur bestehenden beim Feuerwehrmagazin Niederwil. «Wir wollen ein positives Signal aussenden», unterstützte Gemeindevizepräsident Beat Graf den Antrag, der zur Gleichbehandlung beider Ortsteile beitragen soll.

18'000 Franken jährlich

Den Kritikern dieses Vorhabens im Gemeinderat fehlten allerdings noch aussagefähigere Fakten wie Benutzerfrequenz und eben, um nicht punktuelle Lösungen anzustreben, die Gesamtbetrachtung des öffentlichen Verkehrs (öV) in Riedholz. Gemeinderat Michel Aebi erinnerte daran, dass fast die Hälfte der Gemeinde nicht am öV angeschlossen sei. Kurz streifte er dabei eine schon bestehende Vision einer Linie, die als «Ortsbus» Solothurn und Schloss Waldegg mit dem Wallierhof verbinden könnte.

Dem Gemeinderat war natürlich klar, dass diese öV-Strecke als Detailerschliessung fast komplett kommunal kostenpflichtig ist.

Die zusätzliche Haltestelle in Niederwil ist auch nicht gratis zu haben. Zu rechnen ist mit jährlich zusätzlichen 18'000 Franken. Mit 3:3 entschied sich der Gemeinderat – bei Stichentscheid der Gemeindepräsidentin – im Grundsatz für die zusätzliche Haltestelle in Niederwil und deren Aufnahme ins Budget 2020.

Komplexe Wasserversorgung

Die Neustrukturierung der Gruppen-Wasserversorgung unterer Leberberg (GWUL) beschäftigt die sieben beteiligten Gemeinden inklusive des bernischen Nachbarn Attiswil schon längere Zeit. Michel Aebi erklärte als Ressortleiter Bau und Werke die in der GWUL-Verwaltungskommission erarbeitete Grundlage zur Vernehmlassung bei allen Beteiligten. Die GWUL erwartet die Antworten bis zum 10. März, damit anschliessend der politische Genehmigungsprozess dieses, laut Aebi, «durchaus komplexen» Geschäftes in den Anschlussgemeinden stattfinden kann. Verzichten kann man im neuen System auf Lieferverträge zwischen den Gemeinden, weil beispielsweise Riedholz als «Transfergemeinde» agiert.

Neuer Kostenverteiler

Die bisher den Kommunen gehörenden «Primäranlagen» der Wasserversorgung werden an die GWUL übertragen und in Beibehaltung eines Restwertes von 17 Prozent abgeschrieben. Durch diese Übertragung der Anlagen an die GWUL kann Riedholz in der Investitionsrechnung auf 1,8 Mio. Franken zur Sanierung des Reservoirs Obere Zone verzichten. Künftig gilt ein neuer Kostenverteiler, der zwischen einem Leistungspreis für die festen Kosten und einem Arbeitspreis für den Jahresverbrauch unterscheidet.

Der Gemeinderat verabschiedete alle Dokumente – unter Vorbehalt wesentlicher Anpassungen durch die Vernehmlassung – einstimmig zuhanden der Gemeindeversammlung. Die Reorganisation der GWUL soll zu Jahresbeginn 2020 starten.