Schulverwaltungskosten

«Wir sollten nicht sparen, koste es, was es wolle»

In Hubersdorf befindet sich das Oberstufenzentrum der GSU.

An der Konferenz der Gemeindepräsidentinnen und Gemeindepräsidenten Unterer Leberberg wurden die Resultate der Überprüfung der Verwaltungskosten Gemeinsame Schule Unterleberberg vorgestellt.

Die Bildung ist in den Gemeinden der grösste Kostenblock. Da liegt es nahe, in der Bildung zu sparen. Auch in den Gemeinden im Unteren Leberberg ist das ein Thema. Steigen die Kosten der Gemeinsamen Schule Unterleberberg, sind Zweifel schnell gestreut. Meist zahlt man trotzdem, ärgert sich aber über mangelnde Einflussmöglichkeiten. Balms Gemeindepräsidentin Pascale von Roll wollte es genauer wissen und regte eine Überprüfung der «stetig steigenden Kosten» im Bereich der Verwaltung der Schule an. Diese Kosten können von den Gemeinden oder der Schule beeinflusst werden. Eine Arbeitsgruppe unter der Leitung von Flumenthals Gemeindepräsident Christoph Heiniger überprüfte die Kosten.

In der Gemeindeverwaltung von Günsberg präsentierte Heiniger den Gemeindepräsidentinnen und Gemeindepräsidenten des Unteren Leberbergs im Beisein von Hauptschulleiter Stefan Liechti die Resultate. «Wir wollen Transparenz schaffen, aber wahrscheinlich können wir nicht alle Ihre Erwartungen erfüllen», so Heiniger. Zählt man die Sondereffekte ab, wie Ausfinanzierung Pensionskasse, Übernahme ICT von den Gemeinden und die Miete der Schulliegenschaften, haben sich die Verwaltungskosten seit 2012 um 35 Prozent erhöht. Gestartet ist die GSU mit rund 700'000 Franken. Für 2019 sind 950'000 Franken budgetiert. Die Schülerzahl stieg dieser Zeit um 10 Prozent auf 573 an. Auch die Kosten pro Schüler stiegen von 1345 auf 1650 Franken (plus 23 Prozent). Zum Vergleich: Die Gesamtkosten der Schule liegen bei 10 Mio. Franken.

Die stärksten Kostentreiber

Die Analyse zeigt, dass die Kosten einiger Bereiche kaum stiegen oder gar günstiger wurden. Genauer angeschaut wurden die Bereiche, die zwischen 5 und 60 Prozent wuchsen. Dazu gehören etwa Löhne sowie Vorstandssitzungsgelder. Letztere stiegen von 2012 bis 2019 um 47 Prozent. Die Steigerung macht aber nur 2226 Franken aus. Liechti würde von sich aus eine Lohnreduktion in Kauf nehmen. Im Sekretariat ist für Sommer 2020 eine Reduktion um 10 Prozent geplant. Die frankenmässig stärkste Zunahme ist im Bereich der Schulleitungen vor Ort mit Pensenerhöhungen zu erklären. Und bei den Schultransporten ist man kostenmässig mit der aktuellen Lösung glücklich. Offerten haben gezeigt, dass professionelle Anbieter das Doppelte kosten. Nicht professionell verläuft der Schultransport in Bezug auf die Sicherheit (Angurten). Diese hat erneut zu Diskussionen geführt.

Sorge tragen zu den Kosten

Drei Bereiche weisen Zunahmen über 60 Prozent auf. Beim Leasing der Kopiergeräte startete man bei 1832 Franken. Später wurden die Geräte an den Schulstandorten übernommen. Die Kosten stiegen auf über 50 000 Franken. Aktuell ist man im Budget bei 36'300 Franken. «Im Verbund kommen wir zu günstigeren Preisen», so Liechti. Bei den Ausgaben für Telefon/Internet (plus 338 Prozent) sind keine Einsparungen möglich. Und unter dem Konto «Übriger Personalaufwand» (plus 168 Prozent) werden Inseratekosten und Personalfest verbucht.

«Die beeinflussbaren Kosten sollten aus Sicht der AG und des Vorstandes nicht angetastet werden», so Heiniger. Lohnsenkungen seien unfair. Das Personalfest abschaffen, würde eher Schaden anrichten. Und Skilager seien sozial wertvoll. «Wir sollten nicht sparen, koste es, was es wolle.» Heiniger plädiert dazu, Sorge tragen zu Schule und Kosten.

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