In drei grösseren Hallen im Biberister Grüttquartier sind zahlreiche modernste CNC-Bearbeitungsanlagen platziert. Sie sind alle neu, Ingenieure und Fachkräfte arbeiten konzentriert. Alles ist sauber und der ansonsten typische leichte Ölgeruch, wie er bei jedem Präzisionsteilehersteller anzutreffen ist, fehlt. Es herrscht fast eine Laborstimmung.

Die Suvema AG kauft und verkauft Anlagen, mit welchen Hochpräzisionsteile gedreht, gebohrt und gefräst werden. «Aber wir sind keine Handelsfirma im üblichen Sinn. Wir verstehen uns vielmehr als Technologiepartner für unsere Kunden», hält Roland Gutknecht auf dem Rundgang fest. Seit 2014 leitet der Maschinenbauingenieur das vor 45 Jahren gegründete Unternehmen. Er spricht von «Customizing» der Fertigungsanlagen.

Suvema liefert als Kernstück die Maschine, welche mit einer umfassenden Peripherie ausgerüstet wird. Das Spektrum reicht von Zu- und Abführungsanlagen für das Rohmaterial respektive der fertigen Teile, Roboter, Kühlmittelaufbereitung bis hin zur Späneentsorgung. «Unsere Kunden erhalten somit eine komplette Fertigungseinheit, welche auf das zu produzierende Werkstück zugeschnitten ist», erläutert Gutknecht. Der Kunde könne so sofort nach erfolgter Inbetriebnahme produzieren.

Der Kundendienst ist zentral

Um als Technologiepartner zu wirken, betreibe die Suvema AG eine eigene Konstruktionsabteilung sowie eine eigene Softwareentwicklung. Die «Anbauten» würden bei spezialisierten Firmen in der Region nach genauen Vorgaben in Auftrag gegeben. «So ist es uns möglich, die spezifischen Bedürfnisse unserer Kunden umzusetzen», sagt Gutknecht. Ganz entscheidend sei die Unterstützung der Kunden auch nach der Inbetriebnahme der Anlagen. «Wir bieten unseren Kunden eine zeitnahe Unterstützung und Begleitung bei Störungen an, um eine reibungslose Fertigung zu ermöglichen», so der Geschäftsführer. Deshalb sei der Kundendienst sehr wichtig. Rund die Hälfte der aktuell 60-köpfigen Belegschaft sei denn auch in dieser Abteilung tätig.

Mit den Sonderteilen und Peripherieanlagen könne die ursprüngliche CNC-Maschine gut die Hälfte mehr kosten. Sind denn die Kunden bereit, solch hohe Investitionen in die Anlagen zu leisten? «Ja, denn die Ansprüche an die Teilefertiger steigen stetig an», antwortet der 62-jährige Firmenleiter. Die Teile werden immer komplexer, sie müssen noch präziser sein. Und doch dürften für die im globalen Wettbewerb stehenden Teilefertiger die Kosten nicht aus dem Ruder laufen, insbesondere seit den Währungsturbulenzen. Es gelte also, die Produktivität zu erhöhen. «Die Produktion anspruchsvoller Werkstücke bedingt den Einsatz von hochwertigen Maschinen, welche nur dank einer automatisierten, flexiblen Fertigung wirtschaftlich betrieben werden können.»

Nicht wenige Firmen hätten diesen Weg gewählt, blickt Gutknecht zurück. Als sich nämlich der Schweizer Franken zum Euro wieder etwas abgeschwächt habe, sei die Fertigung auf dem Werkplatz Schweiz dank den produktiveren Produktionsanlagen wieder sehr konkurrenzfähig geworden. «Teilweise ist die zuvor ins Ausland, namentlich nach Asien, ausgelagerte Produktion wieder zurückgeholt worden.» Das generiere für die Suvema AG logischerweise interessante Aufträge.

«2019 wird ein Rekordjahr werden»

Jedenfalls ist der Firmenchef mit der Geschäftsentwicklung zufrieden. Nach der Delle, unmittelbar nach der Aufhebung der Wechselkursuntergrenze des Frankens zum Euro im Januar 2015, seien die Auftragsbücher derzeit wieder gut gefüllt. «Nach dem sehr guten Auftragseingang im 2018 wird 2019 ein Rekordjahr werden.» In diesem Zusammenhang räumt Gutknecht noch mit einem Missverständnis auf: Man glaube, der starke Franken sei gut für das Suvema-Geschäft, weil man die Maschinen günstiger importieren könne. «Das stimmt zwar, aber was nützen uns die besten Preise, wenn wir in der Schweiz keine Kunden mehr haben?» So gesehen profitiere auch Suvema von der Abschwächung des Frankens.

Jährlich verkauft das Unternehmen rund 200 CNC-Anlagen, am meisten der Marken Okuma und Citizen. Die Kunden – von der Kleinfirma bis zum Grosskonzern – sind primär in der Uhren- und Medtechindustrie sowie im Apparate- und Maschinenbau tätig. Der Umsatz liege im zweistelligen Millionenbereich. Neu peile man auch den Werkzeugformenbau an.