Feuerwehr beider Gerlafingen

«Wir haben helfen können» — zwei Mitglieder nehmen Abschied nach über 30 Jahren Dienst

von links: Sascha Egger, Rolf Leibundgut, Thomas Weber, Thomas Mikolasek und Beat Schmied.

Abschied nach über 30 Jahren Feuerwehrdienst in Gerlafingen.

von links: Sascha Egger, Rolf Leibundgut, Thomas Weber, Thomas Mikolasek und Beat Schmied.

Die Feuerwehr beider Gerlafingen verabschiedete ihre beiden lange dienenden Mitglieder Thomas Weber und Rolf Leibundgut.

«Eine so lange Dienstzeit haben wir hier bei der Feuerwehr beider Gerlafingen noch nie erlebt», betonte Kommandant Sascha Egger die bemerkenswerte Treue von Thomas Weber mit 35 und Rolf Leibundgut mit 34 Einsatzjahren. Die Technik im Feuerwehrwesen habe enorme Fortschritte gemacht, sagen die beiden Geehrten. «Wir löschen zwar noch mit Wasser, und Sägemehl wird fürs Aufsaugen von Flüssigkeiten verwendet, aber Ausstattung und Ausrüstung haben eine geradezu revolutionäre Entwicklung durchlaufen.» Durch ihr langes Wirken können beide diese Fortschritte gut beurteilen.

Natürlich müsse sich jeder Angehörige der Feuerwehr persönlich fit halten, denn jeder Einsatz sei anspruchsvoll. Aber die computergesteuerten Hilfsmittel in der Tanklöschfahrzeugtechnik, der Atemschutz mit moderner Maske und Helm und die zweckmässige Ausrüstung halfen sehr.
«Wir haben das Engagement in der Feuerwehr gerne gemacht,» sagen beide Gesprächspartner nachdrücklich. Die Kameradschaft in der Truppe, immer wieder Neues lernen und das Wissen, helfen zu können, seien ihre Motivation für ihre lange Zugehörigkeit gewesen. «Auch, weil unsere Familien damit einverstanden waren.» Als junge Männer habe sie aber zudem das Lenken der grossen, mit Blaulicht ausgestatteten Feuerwehrfahrzeuge gelockt, erinnern sich beide übereinstimmend.

Überflutungen, Sturmschäden und Feuer

Ausgerückt sei man bei Elementarschäden wie Wasser, Sturm und Feuer. Grosse Schäden mit Überflutung des Stahlwerks und angrenzender Ortsteile hatten die beiden Emme-Hochwasser 2005/7 verursacht. «Unsere gesamte Mannschaft befand sich damals 248 Stunden im Dauereinsatz.» Auch Brände im Stahlwerk Gerlafingen, Auswirkungen von Sturm «Lothar» und jetzt unlängst im Mai noch der Brand im Gerlafinger «Wigger-Haus» bleiben im Gedächtnis der beiden haften. Für das Ausräumen von Wespennestern verfügt die Feuerwehr über zwei speziell dafür ausgebildete Mitglieder.

Fusion zur Feuerwehr beider Gerlafingen

Die bis dahin selbstständigen Feuerwehren von Obergerlafingen und Gerlafingen schlossen sich 2002 zur «Feuerwehr beider Gerlafingen» zusammen. «Anfänglich bedauerten wir, dass wir neu als Ortsfeuerwehr Typ 3 klassifiziert wurden und die grösseren Aufgaben mit Unfallrettung etc. der früheren Stützpunktfeuerwehr verloren», blicken sie zurück. «Das haben wir Langjährigen aber längst verschmerzt.» Denn gerade Autounfälle mit Verletzten und Toten seien auch für Helfende häufig nur schwer zu verkraften. Im Gerlafinger Magazin findet zwar kein durchgehender Bereitschaftsdienst mehr statt. Aber über die Alarmzentrale der Polizei würden nötige Einsätze blitzschnell mit der zehnköpfigen Kommandogruppe koordiniert. «Selbstverständlich eilen wir bei Gefahrenlage auch Nachbargemeinden zu Hilfe.» Weil nämlich nur wenige Feuerwehrangehörige in den Dörfern arbeiten, wurde mit der Feuerwehr 3566 (Halten, Kriegstetten, Oekingen) eine Tagesalarmgruppe gebildet. Das war im Kanton damals ein Novum.

Mit einem weinenden und einem lachenden Auge scheiden Weber und Leibundgut aus dem Corps aus, jedoch auch mit der Gewissheit: «Unsere Nachfolger haben alles im Griff.»

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