Buchegg

Wie könnte die Glasfasererschliessung aussehen?

Glasfaserkabel der Swisscom für den Internetansschluss von Privathaushalten (Archiv)

Glasfaserkabel der Swisscom für den Internetansschluss von Privathaushalten (Archiv)

Die Versorgungslücken bezüglich Telekommunikation will der Gemeinderat von Buchegg mit einem angepassten Netzausbau schliessen. Swisscom und bucheggberg.net entwickelten im Rat ihre Vorschläge zu Verbesserung der Infrastruktur in der Fusionsgemeinde.

Bucheggberg.net kann als Musterbeispiel die gute Versorgung der Gemeinden Gächliwil/Aetigkofen verweisen, deren Kommunikationsinfrastruktur bereits jetzt aus Glasfasersträngen besteht, die schnelles Internet sowie grosse Bandbreiten übermitteln können. Eingelegt in vorhandene Rohrleitungen beispielweise von Gebnet.net, Gas oder Elektrizität könne weitgehend auf Grabarbeiten verzichtet werden.

Geschäftsleitungsmitglied Heinz Ochsner erläuterte im Rat die Vorteile für die Gemeinde, die dadurch an Attraktivität gewinne. Denn die von Bucheggberg.net betriebene Technik sei auf bis über 50 Jahre hinaus langlebig, wartungsarm und entspreche den Anforderungen der privat und beruflich zunehmend sich entwickelnden Informationsgesellschaft. Zudem biete der direkte Kabelanschluss ans Haus – ohne Kupferkabelzwischenstück- deutliche Qualitätsvorteile.

Man spricht hier fachbegrifflich von FTTH (fibre to the home). Nicht nur die von Informationstechnologie unterstützte Bildung sondern erst recht die künftigen Arbeitsplatzformen gewännen dank virtueller Nähe durch problemlose „nomadische Vernetzung“, so Ochsner zu modernen Bedürfnissen. Den Kostenrahmen für 60 Prozent des Gemeindegebiets, denn 40 Prozent verfügen über andere Anschlüsse, quantifizierte Ochsner auf  einen Gesamtrahmen von rund 1,5 Mio. Franken. 

Gemeinde-Vizepräsident Thomas Stutz freute ich zwar an den „Werbesprüchen“, wollte aber konkret den Mehrwert gegenüber einem Ausbau durch die Swisscom wissen. „Ihr bekommt grössere Bandbreite in Lichtgeschwindigkeit wie auf einer Datenautobahn“, betonte Ochsner. „Und wir erhalten Unabhängigkeit“, sekundierte Gemeinderat Christoph Isch, der bucheggberg.net nahe steht.

Swisscom-Vorschlag

Urs Indermühle und Roland Schumacher stellten eingangs kurz die Strategie des zu 51 Prozent dem Bund gehörenden Konzerns vor, der bis Ende 2020 die Schweiz zu 85 Prozent  mit Ultrabreitbandtechnologie ausstatten will. Die bisher verwendete FTTS (fibre to the street) bezeichneten beide als Zwischenschritt, der jedoch auf längere Zeit durch die Anbindung ans Haus mittels Kupferkabel noch alle Anforderungen in der Übertragung erfülle.

Ganz schlecht versorgt im Gemeindegebiet Buchegg sei bisher Gossliwil. Bei der Erschliessung handele es sich um eine grosse Investition, da eine Verbindungstrasse beispielsweise von Bibern her fehle. Um das weiterhin bis 2020 „parkierte“ Projekt Gossliwil zu beschleunigen, könnten sich die Swisscomvertreter ein „Partnerschaftsmodell“ mit der  Gemeinde Buchegg vorstellen. Dies beinhaltet den gemeinsam getragenen Bau der Zuleitungs-Rohranlage und die kostenlose Zur-Verfügung-Stellung eines Mobilfunkstandortes ausserhalb von Gossliwil.

Dank dieser Unterstützung würde ein Ausbau für Gossliwil mit FTTS rund 110 000 Franken kosten. Aussenhöfe etwa bei Mühledorf könnten statt Leitung über eine verbesserte Funkverbindung mit dem Angebot grösserer Bandbreiten erschlossen werden. Bestehende Installationen der Swisscom müssten für den Breitbandausbau nicht angepasst werden. Sofern aber Bucheggberg.net jetzt in den weiteren Planungen bevorzugt würde, werde die Swisscom auf den Ausbau von Gossliwil verzichten, lautete die klare Antwort auf eine Frage aus dem Rat.  Der Gemeinderat entscheidet an seiner nächsten Sitzung.

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