Rüttenen

Wie geht es mit der Alterssiedlung weiter? — wird sie an die Bürgergemeinde verkauft?

Derzeit gehört die Alterssiedlung in Rüttenen je zur Hälfte der Einwohner- und der Bürgergemeinde. (Archivbild)

Derzeit gehört die Alterssiedlung in Rüttenen je zur Hälfte der Einwohner- und der Bürgergemeinde. (Archivbild)

Der Gemeinderat bevorzugt den Verkauf der Alterssiedlung an die Bürgergemeinde. Unter einer Voraussetzung.

Dass sich am Status quo was ändern muss, darüber gab es im Gemeinderat Rüttenen diese Woche keine langwierigen Diskussionen. Derzeit gehört die Alterssiedlung in Rüttenen je zur Hälfte der Einwohner- und der Bürgergemeinde. Wegen der geänderten Rechnungsauslegung ist dieser geteilte Besitz aber nicht mehr optimal. Denn seit der neuen Finanzauslegung muss eine separate Rechnung für die Alterssiedlung geführt werden, was dazu führt, dass die Einwohnergemeinde eine höhere Verschuldung aufweist, als sie eigentlich hat.

Ein Umstand, den die Finanzkommission bemängelt. Und so hat der Gemeinderat in der Sitzung von August beschlossen, dass eine Arbeitsgruppe aus Mitglieder des Gemeinderats und des Bürgerrats gebildet wird und diese drei Varianten abklären soll: die Übernahme der Alterssiedlung durch die Bürgergemeinde, durch die Einwohnergemeinde oder den Verkauf an Dritte.

Die Arbeitsgruppe hat gar nie getagt

Doch dazu ist es gar nie gekommen, wie Gemeinderat Simon Knellwolf an der Gemeinderatssitzung von dieser Woche ausführte. Denn aus Sicht der Bürgergemeinde bestünde gar keine Notwendigkeit für eine solche Arbeitsgruppe. Für sie ist der Fall klar. Am liebsten würden sie die Alterssiedlung alleine übernehmen, allenfalls ein Verkauf an die Einwohnergemeinde in Betracht ziehen. Was für die Bürgergemeinde nicht in Frage kommt, ist der Verkauf an Dritte.

Auch für die Vertreter der Einwohnergemeinde, Markus Boss und Simon Knellwolf, die für die Abklärungen in dieser Sache beauftragt wurden, ist der Verkauf der Alterssiedlung an die Bürgergemeinde die priorisierte Variante. «Es scheint uns inhaltlich richtig, die Weiterentwicklung der Alterssiedlung Rüttenen der Bürgergemeinde zu überlassen», erwogen Boss und Knellwolf und stellten den Antrag, sich auf die Variante Verkauf an die Bürgergemeinde zu konzentrieren und dazu die Liegenschaft schätzen zu lassen. Dabei wies Knellwolf daraufhin, dass die weitere Entwicklung der Alterssiedlung einfacher sei, wenn nur noch eine Partei involviert ist.

Gemeinderat will wissen, was Bürgergemeinde vorhat

Einstimmig hiess der Gemeinderat dem Antrag gut, was aber noch nicht heisst, dass der Verkauf an die Bürgergemeinde so gut wie eine beschlossene Sache ist und möglichst rasch über die Bühne gehen soll. «Ich sehe keinen Grund zur Eile», wandte sich Gemeinderat Fabien Choffat an seine Kollegen. Es tue der Gemeinde nicht weh, wenn man die Alterssiedlung noch etwas länger in den Büchern hätte. «Und so dringend habe Rüttenen das Geld aus dem Verkauf nicht nötig», sagte Choffat, der betonte, dass er nichts gegen den Verkauf an die Bürgergemeinde hätte, dass es eine sehr tolle Sache sein könne.

Doch: «Wir sollten die Alterssiedlung erst der Bürgergemeinde geben, wenn wir wissen, was sie damit vorhat.» Choffat war mit seinen Bedenken nicht der Einzige. Auch andere Gemeinderäte betonten, dass noch Informationen fehlten, auch um den Verkauf vor der Gemeindeversammlung begründen zu können.

Autor

Fabio Vonarburg

Fabio Vonarburg

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