Buchegg

Wie geht die Gemeinde mit den Bibern vor? — Landwirte fühlen sich im Stich gelassen

Biberschaden neben dem Mülibach in Buchegg. Hier wird der Schaden vom Landwirt akzeptiert.

Biberschaden neben dem Mülibach in Buchegg. Hier wird der Schaden vom Landwirt akzeptiert.

Der Gemeinderat von Buchegg beschliesst, in drei Bereichen aktiv zu werden.

Die Biber erfreuen die meisten Beobachter. Aber sie sind auch Grund für viel Ärger bei einigen Landwirten, und sie beschäftigen die Behörden. Denn, wo der Biber nagt und gräbt, verändert sich die Landschaft. Ein grosses Thema ist der Biber in Buchegg.

Die Gemeinde hat im Bibern- und im Mülibach je zwei Reviere mit Haupt- und Nebendämmen. Im Limpachtal, auf dem Gemeindegebiet von Buchegg, werden ebenfalls zwei Reviere vermutet.
Genug Stoff also für Konflikte mit Landwirten, die von den Grabungen der Biber betroffen sind. Als Vermittler und Mitbetroffene agieren die Behörden, denn die Schäden betreffen oft auch Infrastrukturanlagen (Wege, Bäche) der Gemeinde.

Der daraus entstehende Aufwand ist gross, wie Gemeinderat Niklaus Fischer weiss, der das Thema im Gemeinderat vertrat. Er kümmert sich in Buchegg zusammen mit Christoph Hauert, Mitglied Umwelt-, Landwirtschafts- und Forstkommission, um die Biberthemen. Begehungen, Abklärungen, Verhandlungen mit Anstössern, Bewirtschaftern, Kanton, Gemeinde und Naturverbänden sowie das Erstellen einer Dokumentation und von Protokollen beschäftigen sie über Gebühr.

In anderen Gemeinden würden sich oft Werkhofmitarbeiter und die Bauverwaltung mit diesen Themen befassen. Das sei in Buchegg nicht möglich. Die Kosten, insbesondere für die Bibermassnahmen, müsse die Gemeinde tragen.

Landwirte und Biber machen zu schaffen

Nicht einfach, so Fischer, sei der Umgang mit den Landwirten. Diese fühlten sich in Stich gelassen. «Die Bereitschaft, dies länger zu dulden, ist klein, der Missmut gross.» In der Gemeinde gebe es viele ungeklärte Fragen, natürlich bei der Haftung von Schäden oder bei der Frage des Unterhalts. «Auch beim Kanton ist die Sachlage nicht grundsätzlich klar, es wird immer im Einzelfall entschieden.» Fischer stellte im Gemeinderat einen ganzen Ideenkatalog zur Diskussion, um der Problematik Herr zu werden. Ebenfalls nicht einfach sei der Umgang mit dem possierlichen Tierchen. Der Biber ist seit 1962 bundesrechtlich geschützt. Geschützt ist vor allem auch sein Lebensraum. Die Situation vor Ort könne sich aber schnell ändern, so Fischer, weil der Biber sehr aktiv sei. Massnahmen verpufften, neue würden nötig.

Verena Meyer plant Vorstoss im Kantonsrat

Der Gemeinderat von Buchegg hat sich nun im Umgang mit dem Biber auf drei Schwerpunkte geeinigt, wie Gemeindepräsidentin Verena Meyer erklärt. So will Buchegg in einem kantonalen Projekt mitwirken, das in Form eines Ampelsystems mögliche Stufen einer Gefährdung durch den Biber anzeigt. Zweitens will sich der Gemeinderat nochmals überlegen, ob er unbürokratisch kleinere Entschädigungen auszahlen will. Und drittens soll im Kantonsrat ein Auftrag eingereicht werden. «Zusammen mit anderen Gemeinden streben wir eine Entschädigung bei Schäden an Infrastrukturbauten an.»

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