Es ist praktisch, wenn am gleichen Tisch die Kantonsratspräsidentin und der Chef des Verbands Solothurner Einwohnergemeinden (VSEG) und der Regionalplanungsgruppe Solothurn und Umgebung (Repla) sitzen. Dieses Privileg geniessen die Gemeindepräsidentinnen und -präsidenten des Bucheggbergs an ihren Treffen. Passt ihnen etwas nicht im Kanton, können sie Verena Meyer (Buchegg) auffordern: «Unternimm etwas!» Auch wenn sie nur eine von hundert ist, notiert sie sich jeweils die Wünsche der Bucheggberger. Und mit Roger Siegenthaler (Lüterkofen-Ichertswil), Präsident der Repla und des VSEG, haben sie einen zwar fordernden, aber immer gut gelaunten Fürsprecher in den eigenen Reihen.

Dieses Mal half Siegenthaler seinen Kolleginnen und Kollegen beim Dauerthema Sozialregion (Bucheggberg/Biberist/Lohn-Ammannsegg, BBL). Wer sollt die Sozialregion BBL in der neu geschaffenen Präsidiumskonferenz-Sozialregionen vertreten? Über 200 Millionen Franken würden in den 14 Sozialregionen des Kantons umgesetzt, erklärt Siegenthaler, dessen VSEG diese Konferenz ins Leben gerufen hat. «Heute haben wir Auswertungen, wie in diesen Sozialregionen gearbeitet wird», betont er die Wichtigkeit der Konferenz, die hier einen Ausgleich bewirken soll. Als Beispiel nennt er die Löhne der Leitungen in den Sozialregionen. Diese schwanken zwischen 120'000 und 160'000 Franken. «Da fällt es schon auf, wenn in einer Sozialregion die Leitung 220'000 Franken erhält.»

Zweiervertretung als Lösung

Er plädiere deshalb für eine BBL-Vertretung in der Konferenz, die nicht in einer politischen Linie wirke, sondern von aussen komme. Konkret spricht er sich gegen eine Vertretung durch Stefan Hug, Gemeindepräsident der BBL-Leitgemeinde Biberist, sondern für eine mit der Bucheggbergerin Sandra Nussbaumer, Präsidentin der BBL-Sozialkommission. Juristin Nussbaumer wiederum hat kein Problem, wenn statt ihrer Stefan Hug die BBL-Vertretung wahrnimmt. «Hauptsache bleibt der intensive Austausch.»

Markus Menth (Unterramsern), der erstmals als neuer Präsident der Vereinigung der Gemeindepräsidentinnen und -präsidenten Bucheggberg die Sitzung leitete, erwähnte das Misstrauen der Bucheggberger Gemeinden gegenüber der Leitgemeinde: «Deshalb bin ich auch der Meinung, dass Sandra Nussbaumer die BBL-Vertreterin sein soll.» Verena Meyer sprach sich ebenfalls für Nussbaumer aus: «Wir haben weniger Einwohner als Biberist, aber sind mehr Gemeinden.»

Silvia Stöckli (Lüterswil-Gächliwil) möchte Nussbaumer, weil «sie von der Basis kommt». Rita Mosimann (Biezwil) fragte, ob es politisch korrekt sei, nicht Hug zu schicken. Worauf Siegenthaler antwortete, dass der VSEG offenliess, wer die Sozialregion vertreten soll. Man könne auch zwei Personen schicken. Dieser Vorschlag fand eine Mehrheit. Herbert Schluep (Lüsslingen-Nennigkofen) war dafür, weil doch Misstrauen vorhanden ist. Und Bernhard Jöhr (Messen) meinte abschliessend: «Sandra Nussbaumer ist ein Muss und die Leitgemeinde ein Kann.»