Kaum jemand in der von 27 Stimmberechtigten besuchten Gemeindeversammlung war mit der Änderung beider Steueranlagen einverstanden.

Aus einer personellen Notlage heraus hatte der Gemeinderat beantragt, einen Kredit in Höhe von 25'000 Franken für eine künftige Teilzeitstelle zu genehmigen, die den Gemeinderat in Baufragen entlastet. Ein Grund dafür liegt in den Vakanzen in der Behörde. Denn zugunsten seiner Frau Barbara Brunner, die neue Gemeindeschreiberin wird, ist Bernhard Brunner als Gemeinderat zum Jahresende zurückgetreten.

Da das für das Bauwesen gegenwärtig zuständige Ratsmitglied Jürg Gurtner sich aus beruflichen Gründen in diesem Ressort entlasten möchte und somit ein Ratssitz vom neuen Jahr an nicht besetzt ist, sucht Gemeindepräsident Markus Menth im Rahmen einer «Neuorganisation von Rat und Baukommission» geradezu händeringend Interessierte zur Mitarbeit. Um diese Nachfolge nicht gleich mit der Verantwortung für das Bauwesen zu beschweren, sollte der zusätzlich Angestellte externe Fachmann hier Abhilfe schaffen.

Das Plenum allerdings reagierte nüchtern. Zugezogen zu allen Fragen rund ums Bauwesen würde sowieso ein Experte, hiess es. Auch gehe die Bautätigkeit in der Gemeinde zurück, und einen Kredit auf Vorrat zu genehmigen, ohne die Details zu kennen, sei gemäss Antrag von Bruno Furrer unüblich. Der Gemeindepräsident nahm die Ablehnung sportlich mit den Worten: «Das ist nicht tragisch.»

Keine Steuererhöhung

Nun galt es für Finanzverwalter Ruedi Ziegler flexibel zu reagieren. Denn plötzlich stand dem budgetierten Aufwand von 968'500 Franken ein Gesamtertrag von fast 1 Mio. Franken gegenüber. Der Ertragsüberschuss erhöhte sich durch die Kreditstreichung auf 26'143 Franken. Damit war im Plenum die im Rat beantragte Erhöhung der Steueranlage von bisher 115 Prozent um 5 Prozentpunkte vom Tisch. Um allerdings einen Anreiz für Unternehmensgründungen zu schaffen, senkte die Versammlung mit 18 zu 8 Stimmen den Steuerfuss für juristische Personen von 115 auf 90 Prozent. Dies auch wegen den gleichzeitig beschlossenen verschiedenen Beitragserhöhungen für Bau- und Grundeigentum. Laut Schätzung sind die juristischen Personen mit 10'000 Franken am Gemeindehaushalt beteiligt.

Investiert werden 100'000 Franken, die teils in die Erneuerung der Strasse vom Restaurant «Pflug» in Richtung Wald fliessen sollen. Diese Ausgabe hinterfragten die Anwesenden bezüglich Priorisierung. Die Kosten zum Ersatz des Fahrzeugs der Regionalfeuerwehr Limpachtal, die Unterramsern zu 12 Prozent trägt, bezahlt die Gemeinde 2019 in einer Tranche in Höhe von 43'700 Franken. Im genehmigten Budget wurde auch sichtbar, dass die 205 Bewohnende zählende Gemeinde wegen ihrer deutlich gestiegenen Steuerkraft nur noch rund 25'000 Franken aus dem Finanz-und Lastenausgleich erhält. Für die laufende Periode standen 45'000 und für 2017 113'500 Franken zur Verfügung.

Reglemente angenommen

Im Schnellverfahren informierte der Gemeindepräsident über Änderungen im jetzt separat gefassten Baugebührenreglement und im Reglement über Grundeigentümerbeiträge und –gebühren. Informiert wurde auch über das Reglement zum Planungsausgleich mit einer Mehrwert-Abschöpfung von 20 Prozent und über die Dienst- und Gehaltsordnung, die etwas höhere Honorare vorsieht für, laut Menth, «alle, die etwas für die Gemeinde tun». Alle geänderten und neuen Reglemente wurden angenommen.

Die Vakanz im Gemeinderat, die zu schliessen alle aufgerufen sind, sei auch deshalb schmerzlich, weil Gemeindeschreiberin Renate Schneider nach 15 Jahren ihre Stelle verlässt. Sie wurde vom früheren Gemeindepräsidenten Hanspeter Ziegler verabschiedet. Kurz erwähnte Markus Menth den Stand der Dinge im örtlichen Generelle Wasserversorgungsprojekt, das Ende 2019 vorliegen sollte und in aufwendiger Planung die geänderten Strukturen der Wasserversorgung in den Nachbargemeinden einbezieht.

Zustimmung fand nach kurzer Erläuterung die Fusion der Spitex Bucheggberg mit der Organisation Aare Nord zur künftigen Spitex Aare.