Gebäck verzieren, sich im Innenleben eines Computers zurechtfinden, eine Babypuppe wickeln oder ein Werkstück bearbeiten – das sind nur einige der Tätigkeiten, die es an der Lehrstellenmesse auszuprobieren gab. Egal ob Polymechaniker oder Fachangestellte Gesundheit, die Palette der vorgestellten Berufe war sehr gross und bot interessante Einblicke in fast alle Branchen.

Während Siebtklässler erst damit beginnen, in die Berufswelt einzutauchen und Informationen zu sammeln, konnten Achtklässler die Messe nutzen, um Schnupperlehren zu vereinbaren oder mit Ausbildnern ins Gespräch zu kommen. Denn für die Wasserämter Schülerinnen und Schüler hat die regionale Lehrstellenmesse einen klaren Vorteil: Die rund 35 Unternehmen, welche ihre Lehrberufe präsentieren, stammen alle aus der näheren Umgebung. Rote und grüne Punkte auf den Plakaten hinter den Ständen zeigen sogar an, ob noch eine Lehrstelle für nächsten Sommer frei ist. Dies ist vor allem für Neuntklässler, die noch eine Lehrstelle suchen, interessant. Schnell wird klar, dass viele Stellen noch zu haben sind.

«Geht schnuppern!»

Eröffnet wurde die Lehrstellenmesse von Christine Davatz, Vizedirektorin des Schweizerischen Gewerbeverbandes. Sie ist Delegationsleiterin des Swiss Skills-Teams und vertritt die Schweiz in den Gremien der internationalen Berufsmeisterschaften wie Euro Skills oder World Skills. Mit von der Partie war auch Philipp Bütschi. Er ist gelernter Gipser-Trockenbauer und arbeitet in der Gipserei Daniel von Burg in Biberist. Dort hat er 2012 seine Lehre angefangen und sich durch seine gute Abschlussnote für die Swiss Skills 2016 qualifiziert, wo er auch die Silbermedaille gewann. Dies war sein Ticket für die diesjährige Berufs-Europameisterschaft in Budapest, wo er sich Bronze holte.

«2011 stand ich an der genau gleichen Stelle wie ihr jetzt», begrüsste der 22-Jährige die Jugendlichen. «Ihr werdet die Lehre nur bestehen können, wenn ihr Freude und Leidenschaft habt», betonte er. «Geht so viel wie möglich schnuppern, und ihr werdet merken, wenn ihr den richtigen Beruf gefunden habt.» Er habe zwar das Glück gehabt, dass er seinen Traumberuf früh gefunden habe. Trotzdem sei er noch in anderen Branchen schnuppern gegangen, was er auch weiterempfehle. «Die Talente sind oft gar nicht so ungleich, im Fleiss und im Charakter liegen die Unterschiede», so sein Schlusswort.

Schule und JCI gemeinsam

Die Lehrstellenmesse hat im Oberstufenzentrum Derendingen/Luterbach Tradition. Sie wurde dieses Jahr zum siebten Mal von der Junior Chamber International in Zusammenarbeit mit der Oberstufe Wasseramt Ost (OWO) durchgeführt. An vielen Ständen gaben gleich die Lernenden selbst Auskünfte, erklärten den Schülerinnen und Schülern einen bestimmten Arbeitsprozess oder liessen sie sogar selbst etwas ausprobieren oder herstellen. So können sich die Jugendlichen quasi auf Augenhöhe Informationen einholen, denn nicht selten handelt es sich um bekannte Gesichter, also um ehemalige Schülerinnen oder Schüler.