Er beteiligt sich am nationalen Programm «bike4car»(Velo für Auto) – eine Aktion von «myblueplanet» und «Energie Schweiz». Das E-Bike wird er dabei vornehmlich für den Arbeitsweg nutzen, den er heute täglich viermal mit dem Auto bewältigt.

Sein Engagement ist ein Beitrag an die Energiestadt Zuchwil, wie deren Koordinatorin Doris Häfliger berichtet. «Die Energiestädte Solothurn und Zuchwil beteiligen sich zusammen mit ‹so!mobil› erstmals an dieser Aktion, die national bereits zum dritten Mal durchgeführt wird.» In diesem Jahr startete die Aktion im Mai und dauert bis Ende September. «Wir möchten die Aktion nochmals pushen», erklärt Doris Häfliger. Dies war nicht früher möglich, weil Zuchwil bereits im Programm «bike to work» mitwirkte, das erst jetzt Ende Juni endet. Für die Aktion «bike4car» habe sie für die Lancierung eine in Zuchwil bekannte Person gesucht. «Der Gemeindepräsident kam nicht infrage, weil er bereits meistens mit dem Velo unterwegs ist. Peter Baumann ist ein gutes Beispiel, weil er in Riedholz wohnt und den Arbeitsweg bis anhin mit dem Auto bewältigt», erklärt Doris Häfliger.

Einen Ersatzschlüssel hat er nicht

Pünktlich erscheint Peter Baumann gestern Nachmittag zum Abgabetermin und erhält für seinen Autoschlüssel ein E-Bike. «Das Auto steht zu Hause in der Garage. Einen Ersatzschlüssel habe ich nicht, den hat meine Garage.» Bisher habe er den Umstieg gescheut, «weil ich nicht zweimal täglich verschwitzt sein wollte. Ich wohne in Riedholz am Berg und fahre nun mal nicht gerne langsam». Schnell wird es mit dem E-Bike sicher werden. «Das geht ab. Helm tragen ist ratsam», sagt Daniel Ziegler, Werkstattleiter in der Vebo, der Baumann das E-Bike übergibt. Die Vebo sei Verkaufsstelle von E-Bikes. Sie erhält mit dieser Aktion keinen finanziellen Zustupf: «Aber für uns lohnt sich die Aktion. Vielleicht will der eine oder andere, der mitmacht, nicht mehr auf das E-Bike verzichten und kauft es gleich bei uns.»

Genau das ist das Ziel der Aktion. Autofahrern soll das Velofahren schmackhaft gemacht werden. Dies mit einem E-Bike. Wer mit dem E-Bike anstatt mit dem Auto oder dem öffentlichen Verkehr zur Arbeit fährt, spart viel Energie und CO2 und entlastet zudem die Strassen- und Schieneninfrastruktur während der Spitzenzeiten. Rund 60 Prozent der Arbeitswege würden sich aufgrund der Streckenlänge für das E-Bike eignen. Dieses ersetze primär das Auto und den öffentlichen Verkehr, wie eine Studie des Bundesamtes für Energie belegt. Nur knapp ein Sechstel der zurückgelegten E-Bike-Kilometer wurden vorher mit dem Velo gefahren.

Transport- und Freizeitprobleme

Der Umstieg ist nicht einfach. Wie löst man beispielsweise die Reise- und Transportprobleme? Weite Wege unternehme er sowieso mit dem öffentlichen Verkehr, erklärt Peter Baumann. «Aber das Freizeitverhalten wird sich ändern.» Für Transporte rät Doris Häfliger zu einem Anhänger. Peter Baumann hat pragmatisch vorgesorgt und einige schwere Waren vorgängig eingekauft. «Unser Ziel ist es zudem, auf der Gemeindeverwaltung ein gemeinsames Auto zu haben, dann würden noch manche mit dem Fahrrad zur Arbeit kommen.»

Die Aktion «bike4car» gibt diesen Sommer Interessierten die Möglichkeit, alternative Mobilität gratis kennen zu lernen. In Solothurn wird das E-Bike im «Tropical Sunset» abgegeben, in Zuchwil bei der Vebo und beim Coop Bau und Hobby. «Wer trotzdem mal ein Auto benötigt, erhält ein Probeabo für Mobility», erklärt Häfliger. Aber das Ziel sei schon, dass in diesen zwei Wochen kein Auto selber gefahren wird.

Peter Baumann liebäugelt bereits mit dem Kauf eines E-Bikes. «Auch wenn ich nur zwei, dreimal in der Woche umsteigen würde, lohnt sich dies bereits. Über die neue Velobrücke bin ich vielleicht gleich schnell wie mit dem Auto via Solothurn.»