«Brauchte es eine neue Strasse?», fragte Aeschis Gemeindepräsident Stefan Berger anlässlich der Eröffnungsfeier der neu sanierten Gallishofstrasse. «Wir haben jahrzehntelang darüber geredet. Jetzt haben wir endlich eine wunderbare Strasse mit Trottoir durchs Dorf», beantwortete er die Frage gleich selber.

Die Verkehrssicherheit habe sich damit massiv verbessert, betonte er. Der Dorfplatz im Zentrum mit dem Teich, dem schönen Kopfsteinpflaster und den Bänkli soll zum Verweilen einladen und als Begegnungsort für die untere und die obere Dorfhälfte dienen.

Viel Staub und Lärm

«Auf jeden Fall braucht es das!», antwortete Regierungsrat Roland Fürst auf die Frage, ob eine Feier zur Eröffnung einer Strasse nötig sei. In der kantonalen Baudirektion werde gerne und häufig gefeiert, meinte er. Spatenstich, Aufrichtung, Einweihung, dies sei gang und gäbe im Amt für Natur- und Landschaft, beim Hochbau oder im Amt für Umwelt. Deshalb freute er sich besonders, dass zur Abwechslung auch mal bei einem Tiefbauprojekt gefestet wird.

«Strassenbauten sind immer kontrovers diskutierte Projekte», wusste Fürst aus Erfahrung. Man müsse sich mit Einsprachen auseinandersetzen, die Anwohner seien während der Bauphase Beeinträchtigungen durch Staub und Lärm ausgesetzt, der Verkehr würde behindert.

Am Schluss sehe man kein attraktives Bauwerk, sondern einfach nur die befahrbare Schicht einer Strasse und erinnere sich an all das Negative während der Bauzeit, bedauerte Fürst. Er bedankte sich bei den «Malträtierten», wie er Anwohner und Verkehrsteilnehmer nannte, für ihr Verständnis.

8500 Kubikmeter Material

Auch Uriel Kramer vom Ingenieurbüro W+H AG weiss von den Schwierigkeiten, die ein solches Projekt mit sich bringt. «Es gab viele, teils heftige Diskussionen», erinnerte sich der Projektleiter. 26 Landeigentümer mussten Land für das Trottoir hergeben. 45 Hausplätze galt es anzupassen. Nach einer langen Vorbereitungsphase wurde nach Ostern 2016 mit den Arbeiten begonnen. Im Juni 2017 war das Werk nach 60 Wochen Bauzeit vollendet, berichtete Kramer.

Der Ingenieur präsentierte einige eindrückliche Zahlen: Für die 930 Meter Strasse und 900 Meter Trottoir wurden insgesamt 4000 Kubikmeter Material abgeführt. 4500 Kubikmeter Kies und Beton wurden neu herangeschafft. Dies bedeutete 1200 Lastwagenfahrten. In fünf Etappen verbauten Kanton und Gemeinde rund vier Mio. Franken. Im gleichen Atemzug mit der Strassensanierung wurden die Leitungen für Abwasser, Gas und Strom ersetzt und eine Glasfaserverkabelung in die 60-jährige Strasse verlegt. Für diese Kosten müsse die Gemeinde alleine aufkommen, erläuterte Kramer.

Monika Garruchet, Pfarrerin der reformierten Kirchgemeinde Subingen-Aeschi und Valentine Koledoye von der römisch-katholischen Pfarrei Zuchwil segneten die Strasse. Garruchet appellierte an die Anwesenden, Strassen nicht nur als möglichst rasches und bequemes Mittel von A nach B zu betrachten. Man solle vermehrt daran denken, dass an den Strassen Menschen wohnen, die aufeinander angewiesen sind.

Feier in Aeschi: Die Gallishofstrasse wird gesegnet und eingeweiht

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Die Musikgesellschaft Etziken hatte die Feier mit einem Matinée-Konzert begonnen. Nachdem Stefan Berger und Roland Fürst mit dem Zerschneiden des Bandes die Strasse offiziell eröffnet hatten, führte die Musikgesellschaft die Begehung der Strasse an.