Jetzt liegt auch auf Oberdorfs Strassen farbiges Konfetti. Verstreut wurde es von den Oberdörfern gestern Morgen an der Chesslete und von den Kindern an ihrem Fasnachtsumzug, der Punkt 13.31 Uhr bei der Schulanlage startete. Das heisst, zuerst besprachen die Wüudbach Blosofoniker die vergangenen 24 Stunden und konzentrierten sich auf die kommenden Stunden.

Konzentration ist nötig. Denn die Mitglieder der Gugge organisieren wie immer an diesem Nachmittag alles in eigener Regie. Sie blasen, tuten, trommeln und pauken, sie dekorieren die Kächschür für die Kinderparty, sie sitzen an der Kasse und sie geben die Getränke raus. Konzentration braucht auch der vorausgehende Wüudbach-Blosofoniker, der sich dem Motto der Gugge entsprechend in ein «Uhrzitwäse» verwandelt. Die riesige Maske, die er auf den Schultern trägt, soll gegen 50 Kilogramm wiegen.

Kinderumzug 2019 in Oberdorf

Die Gugge Wüudbachblosofoniker ziehen durchs Dorf, die Kinder hinterher.

Konzentration brauchen die Musikerinnen und Musiker, als sie die steile Leegasse hinunter marschieren. Ihnen folgen die kleinen Narren von Oberdorf und etliche verkleidete Eltern. Der Umzug durchs Dorf findet wenig Beachtung, aber dennoch müssen die Fahrzeuge auf der Weissensteinstrasse hinten anstehen, bis das Umzugsziel, die Kächschür, erreicht wird. Vor dieser gibt die Gugge ihr Bestes zur Unterhaltung der Narren. Die Kinder verteilen weiter ihr Konfetti und machen Spässe. Nicht zu sehen sind irgendwelche Horrorfratzen, mit Ausnahme der Maske von Blondschopf Trump. Daneben sind Burgfeen, Fantasiewesen, Hexen, Teufel, Feuerwehrmann, Wassernixen und, und, und zu sehen.

«Hier ist es cooler»

Am Donnerstag schwören Oberdorfs Narren auf ihre eigene Fasnacht. «Es ist wichtig, dass wir im Dorf auch feiern», sagt eine Mutter. «Wir haben hier in Oberdorf eine gute Fasnacht», erklärt eine andere Mutter. Der Vater gibt zu, sich nur wegen der Tochter verkleidet zu haben. «Hier ist es cooler», findet eine kleine Närrin, wegen der lauten Musik und der Konfetti. Dann gehts hinein in die Kächschür. Artig zahlen die Grossen einen Eintritt, während die Kleinen bereits hinaufstürmen in den dekorierten Festraum. Jetzt kann die Sause so richtig abgehen.