Oberdorf

«Trotz gutem Ergebnis wollen wir auf dem Boden bleiben»

Die Gemeinderechnung schliesst mit einem Ertragsüberschuss von rund 382'000 Franken.

Die Gemeinderechnung schliesst mit einem Ertragsüberschuss von rund 382'000 Franken.

Oberdorf präsentiert einen guten Rechnungsabschluss bei der Gemeindeversammlung und die Präsidentschaftskandidaten präsentieren sich erneut.

«Normalerweise treffen wir uns hier in der Kächschür nur zur Fasnacht maskiert, jetzt unter Corona aber ist das Maskentragen Pflicht», begrüsste Gemeindepräsident Patrick Schlatter 46 Stimmberechtigte im Saal. Sie waren vermutlich nicht nur wegen des Rechnungsabschlusses gekommen, sondern auch um sich nochmals ein Bild von den beiden Kandidaten Ueli Kölliker und Marc Spirig für die Stichwahl am 29. November zu machen.

Marc Spirig und Ueli Kölliker wollen beide Gemeindepräsident werden.

Marc Spirig und Ueli Kölliker wollen beide Gemeindepräsident werden.

Ein erfreulicher Ertragsüberschuss

Zuerst kommentierte Schlatter die Schlussabrechnungen der Investitionsrechnung. Die Kosten für die Umlegung der Wasserleitung Weissensteinstrasse beliefen sich auf 78'928 Franken. Der Ersatz der Wasserleitung Winkel konnte mit rund 52'390 Franken und die Sanierung Wildbach mit rund 96'870 Franken abgerechnet werden. Die Ergebnisse zeigen eine erhebliche Kreditunterschreitung, weil zum Zeitpunkt der Budgetierung noch keine Zusagen für Beiträge von der Gebäudeversicherung SGV und des Kantons vorlagen.

Am Wildbach muss noch eine Stützmauer ersetzt werden und auch beim Ausbau des Gemeindehauses komme es gemäss Gemeindepräsident zu leichten Verzögerungen. Einverstanden war die Versammlung mit der von der Repla vertraglich organisierten Kostenbeteiligung an sieben regionalen Aufgaben im Gesamtbetrag von 38'449 Franken. Pro Kopf zahlt man in Oberdorf 22 Franken, während die übrigen Regionsgemeinden durchschnittlich 15.80 Franken beitragen. Auf eine Frage dazu aus dem Plenum begründete Schlatter dies mit der räumlichen Nähe der Gemeinde zu allen Angeboten und mit erfreulichen Nutzungsdaten.

Ausgaben von 9,5 Millionen Franken stehen Erträgen von 9,9 Millionen gegenüber. Der Ertragsüberschuss von rund 382'000 Franken hat schon eine halbe Million zur Vorfinanzierung des Schulhauspavillons berücksichtigt. «Trotz gutem Ergebnis wollen wir aber auf dem Boden bleiben», mahnte der Gemeindepräsident. Denn etliche Einnahmen stammten aus einmaligen nicht im Voraus budgetierbaren Sondersteuern.

Die Ressorts hätten sparsam «mit Bedacht und Vorsicht» gewirtschaftet. Dennoch seien trotz des Eigenkapitals von 2,35 Millionen Franken «als Sicherheit für die Krise» keine Investitionen aufgeschoben worden. Mit Blick auf den gesamten Haushalt müsse man sich grundsätzlich auf eine Stagnation in den Erträgen einstellen. Mehrausgaben seien für das ICT in der Bildung und für die Sozialkosten zu erwarten. Gemeindeverwalter Gregor Glaus, der keine Detailfrage zur Rechnung beantworten musste, betonte die gemeinsame Hoffnung, «dass die Coronageschichte nicht zu stark zuschlägt».

Die Kandidaten stellen sich vor

Sehr unterschiedlich stellten sich die beiden Kandidaten vor. Der langjährige Vizegemeindepräsident Ueli Kölliker ging nicht auf seinen Beruf als Richter ein, sondern betonte seine Grundhaltung gegenüber «Oberdorf, das mir am Herzen liegt» und gegenüber dem höchsten Amt in der Gemeinde mit Pragmatismus, dem Willen, alle Interessen einzubinden, auf vielfältige Netzwerkerfahrungen zu bauen und im gegenseitigen Respekt zu handeln.

Marc Spirig zeichnete seinen Werdegang zum Architekten und seit sieben Jahren zum Baupräsidenten und Ratsmitglied der Gemeinde nach. Dorfpolitik sei für ihn Sachpolitik, und er wolle die als «Erfolgsmodell» in Oberdorf praktizierte Kontinuität fortsetzen.

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