Verkehr
Tempo 80 auf der Balmbergstrasse bleibt – Kanton will aber genauer hinschauen

Das kantonale Amt für Verkehr und Tiefbau will keine Temporeduktion auf der Balmbergstrasse. Es will aber genauer hinschauen und Risikoabschnitte evaluieren.

Urs Byland
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Auf der Balmbergstrasse bleibts bei Tempo 80.

Auf der Balmbergstrasse bleibts bei Tempo 80.

Hanspeter Bärtschi

Eine Tempo-30-Zone auf dem Balmberg ist illusorisch. Diese seien in der Schweiz nur innerorts zulässig, schreibt das Amt für Verkehr und Tiefbau in einer Antwort an Iris Marti aus Günsberg. Sie hat auf der Plattform www.petitio.ch um Stimmen für ihr Anliegen geworben, auf der Balmbergstrasse eine Tempo-30-Zone einzurichten. Und sie hat dem kantonalen Amt auch einen Brief zur aus ihrer Sicht gefährlichen Situation auf der Balmbergstrasse geschrieben.

Im September 2017 wurden Tempomessungen und Verkehrszählungen auf dem Berg durchgeführt, schreibt das Amt in einer Antwort. 85 Prozent der Fahrzeuge hatten eine Geschwindigkeit von 60 Stundenkilometer oder weniger. Erlaubt sind 80 Stundenkilometer. Die Durchschnittsgeschwindigkeit bei der Messstelle lag bei 49 Stundenkilometern.

Etwa 1 Prozent der Fahrzeuge war mit 80 und schneller unterwegs. Auf Basis dieser Erhebung habe die Beratungsstelle für Unfallverhütung empfohlen, die signalisierte Geschwindigkeit bei 80 Stundenkilometern zu belassen. «Es ist aber nicht von der Hand zu weisen, dass es einige wenige Verkehrsteilnehmende gibt, welche vorsätzlich delinquentes Verhalten an den Tag legen», so der Wortlaut im Antwortschreiben des Amtes. Es sei aber leider anzunehmen, dass diese sich auch nicht an eine niedrigere Geschwindigkeitslimite halten würden.

Amt für Verkehr vermutet Sicherheitsdefizite

Auch der Vorschlag, Strassengebühren einzufordern, wird abgewiesen. Benutzungsgebühren für öffentliche Strassen und Brücken wurden mit der Gründung des Bundesstaates 1848 aufgehoben. Diese einzuführen, könne nur die Bundesversammlung bestimmen und liege nicht in der Kompetenz des Kantons.

Beim Amt für Verkehr habe man aber entschieden, auf der Balmbergstrasse vom Ortsausgang bis zur Passhöhe eine Road Safety Inspection durchzuführen. Damit könnten Sicherheitsdefizite hinsichtlich Ausstattung und Verkehrsregelung sowie weitere Risiken identifiziert werden. Dies könnte dazu führen, dass Massnahmen ergriffen werden, um die Sicherheit an wichtigen Punkten zu erhöhen.

Tempo-30-Strecken könnten eine Massnahme sein

Auch wenn die Antwort nicht das ist, was Iris Marti sich erwünscht hatte, die oft mit dem Bike auf der Balmbergstrasse unterwegs ist, bleibt sie zuversichtlich. In ihrer Antwort an das Amt bittet sie darum, dass sie nach der Inspektion über die entschiedenen Massnahmen informiert wird.

Eine Massnahme könnte trotz allem Tempo 30 sein, nur nicht als Zone. So schreibt ihr Grünen-Politiker Christoph Schauwecker: «Es ist zwar korrekt, dass Tempo-30-Zonen nicht ausserorts erstellt werden können, sehr wohl sind aber Tempo-30-Strecken möglich.»

Zudem hat Iris Marti noch eine Petition an die Gemeinde Günsberg offen, die von 209 Personen mitunterzeichnet wurde. Ein entsprechendes Schreiben ging Ende März an den Gemeindepräsidenten von Günsberg. Eine Antwort hat sie nicht erhalten.

Gemeindepräsident Rolf Sterki erklärt dazu, dass die Unterlagen zur betreffenden Angelegenheit zu ihm nach Hause gesendet wurden. «Da ich in dieser Zeit aus gesundheitlichen Gründen abwesend war und der Vizepräsident die Geschäfte leitete, wurden die Unterlagen unserem Vizepräsidenten übergeben.» Über die Petition sei anlässlich der Gemeinderatssitzung vom 19. April informiert worden mit dem Fazit, darauf nicht einzusteigen.