Lohn-Ammannsegg
Tempo 30 wird deutlich abgelehnt

Die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger von Lohn-Ammannsegg haben bei einer hohen Stimmbeteiligung die Vorlage "Realisierung von Massnahmen zur Verkehrsberuhigung" klar verworfen.

Urs Byland
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Eine klare Mehrheit in Lohn-Ammannsegg beurteilt die Verkehrssicherheit im Dorf positiv.

Eine klare Mehrheit in Lohn-Ammannsegg beurteilt die Verkehrssicherheit im Dorf positiv.

Solothurner Zeitung

Die Realisierung von Massnahmen zur Verkehrsberuhigung ist in Lohn-Ammannsegg nicht erwünscht. Überaus deutlich lehnte der Souverän damit die beinahe flächendeckende Einführung von Tempo 30 in Lohn-Ammannsegg ab. Von 1473 abgegebenen Stimmzetteln waren bei dieser lokalen Vorlage 5 leer und 5 ungültig. Von den 1468 in Betracht fallenden Stimmzetteln wurden 455 für und 1013 gegen die Vorlage eingelegt. Die Stimmbeteiligung betrug hohe 67,4 Prozent.

«Unser Bauchgefühl war richtig»

Mit diesem Resultat wurden selbst die Erwartungen der Gegner der Vorlage klar übertroffen. «Ich bin mehr als erfreut», gibt stellvertretend Philippe Arnet Auskunft. «Das Bauchgefühl von mir und meinen Mitstreitern, dass man sich hier wehren muss, hat sich als richtig herausgestellt», so der FDP-Kanto
nsrat und Geschäftsführer der W. Ulrich Garage in Lohn-Ammannsegg. Das zeige die überaus starke Ablehnung bei einer sehr hohen Stimmbeteiligung. «Ich erhielt im Vorfeld viel Zustimmung, sei es in Gesprächen oder per Mail. Dabei wurde unser sachlicher Kampf gegen die Vorlage hervorgehoben. Da habe ich geahnt, dass die Vorlage an der Urne abgelehnt werden könnte.»
Obwohl die Ablehnung hoch ist, reicht Arnet den Befürwortern die Hand. Es gelte nun, die wirklich neuralgischen Punkte auf den Strassen in Lohn-Ammannsegg zu beurteilen und allfällige Risiken zu minimieren, wenn es wirklich welche gebe. Er spreche sich für eine «faire und saubere» Lagebeurteilung aus.

«Wir konnten nicht so stark mobilisieren»

Bei diesem Resultat ist eine grosse Enttäuschung der Befürworter verständlich. «Wir konnten nicht so stark mobilisieren, wie die Gegner der Vorlage. Von mir aus gesehen hätten wir noch Potenzial gehabt», erklärt Gemeindepräsident Markus Sieber. Aber er respektiere auch die klare Meinung des Dorfes. «Bei fast 70 Prozent Stimmbeteiligung und einem Stimmverhältnis von zwei zu eins ist es deutlich.» Die Warnung vor nicht absehbaren Folgekosten und dass man bereit sei, punktuell zu prüfen, hätten im Stimmvolk eine Mehrheit überzeugt. Es liege nun am Gemeinderat zu entscheiden, was in diesem Thema gemacht werden soll. Eine punktuelle Beurteilung sei ein mögliches Ziel.