Gerlafingen

Teils radikale Massnahmen zur inneren Verdichtung: Gerlafingen will wachsen

Gerlafingen will wachsen. (Archivbild)

Gerlafingen will wachsen. (Archivbild)

Die Ortsplanungsrevision in Gerlafingen ist in der Mitwirkungsphase. Wie nimmt die Bevölkerung die Anregung auf?

Gerlafingen sei die heimliche Hauptstadt des Wasseramts, ist auf der Internetseite der Gemeinde zu lesen. Eigentlich beansprucht diesen Titel Derendingen. Und wie Derendingen will nun auch Gerlafingen an der Hauptachse wachsen. Die Ortplanungsrevision, zu der morgen Dienstagabend eine Informations- und Mitwirkungsveranstaltung stattfindet, soll für die Entwicklung des Dorfkerns entlang der Hauptachsen die Grundsteine schaffen.

Dort liegt auch das grösste Potenzial für eine Entwicklung, wie eine Rechnung zur Dichte in den verschiedenen Zonen aufzeigt. In der Kernzone bis 4 Geschosse, entlang der Hauptachsen, leben aktuell im Schnitt 47 Einwohner pro Hektare Bauland. Angestrebt wird ein Wert von 100 Einwohner pro Hektare Bauland.

Druck auf wenig dicht überbaute Zonen nimmt zu

Für Einzonungen bestehe in dieser Planungsperiode keine Spielräume, wird im Bericht zur Revision festgehalten. Der Siedlungsentwicklung nach innen kommt in der Revision der Ortsplanung oberste Priorität zu. Dies entspreche der Raumplanungsgesetzgebung. Die Gemeinde erwartet laut ihrem räumlichen Leitbild 6600 Einwohner bis 2035. Ende 2018 waren es 5256 Einwohner. Der Kanton erwartet bis 2040 etwa 6060. Da keine Einzonungen vorgenommen werden, wird der Druck auf die teils noch wenig dicht überbauten Bauzonen steigen.

Aus zwei- soll dreigeschossige Wohnzone werden

Die Massnahmen zur Verdichtung nach innen werden aus dem kürzlich verabschiedeten räumlichen Leitbild Gerlafingens abgeleitet. Sie werden in mehreren Punkten in der Gesamtrevision der Nutzungsplanung umgesetzt. Zu nennen ist beispielsweise die Aufhebung der 2-geschossigen Wohnzonen respektive deren Überführung in 3-geschossige Wohnzonen (drei Vollgeschosse ohne zusätzliches Attikageschoss). Dies soll analog für die 3-geschossigen Zonen (in eine viergeschossige Zone ohne zusätzliches Attikageschoss) gelten.

Die Ausnützung in den Wohnzonen soll angepasst werden. Vor allem entlang der Hauptstrasse wird durchgängig eine 4-geschossige Bebauung ermöglicht. Gleichzeitig wird die maximale Nutzungsziffer in den Kernzonen aufgehoben, damit eine attraktive zentrumsbildende Entwicklung entstehen könne, so der Bericht. Deren Grösse und Form werde künftig mittels Qualitätsverfahren und Gestaltungsplänen ermittelt. Wo möglich und sinnvoll werden die Baulinien von 5 Meter oder 6 Meter auf minimal 3 Meter reduziert. So könnten die Parzellen sinnvoller überbaut und ausgenutzt werden.

Beim Einbau von zusätzlichen eigenständigen Wohnungen in einer Grösse zwischen 60 und 100 Quadratmetern soll im Sinne der Siedlungsentwicklung nach innen unter bestimmten Vorgaben die Geschossflächenziffer überschritten werden dürfen.

Wohnquartiere sind im Innern etwas dichter

Mit den Anmerkungen im Zonenplan wird im Zentrum in der ersten Bautiefe ab den Kantonsstrassen die dichteste Zone mit hohen Anforderungen an die Gestaltung festgelegt. In den dahinter liegenden, zentrumsnahen Gebieten wird entweder die 3-geschossige Kernzone K3 oder die 4-geschossige Wohnzone umgesetzt.

Die weniger dichten Wohnquartiere sind im Innern der Siedlung etwas dichter und dreigeschossig (W3b), am Rand der Siedlung etwas weniger dicht und mit einem klar abgesetzten obersten Geschoss (W3a).
Die Mitwirkung dauert bis zum 1. März. Bis zu diesem Zeitpunkt können sich die Einwohnerinnen und Einwohner Gerlafingens zur geplanten Revision der Ortsplanung äussern und mitwirken. (uby)

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