Bucheggberg

Strassen im Bezirk sind für Velofahrer «ungemütlich oder gefährlich»

Kommt zum Beispiel ein Postauto, kann es eng werden für Velofahrer – wie hier für Simone Wyss und Jonas Kiener (r.) bei der Bismarck.

Kommt zum Beispiel ein Postauto, kann es eng werden für Velofahrer – wie hier für Simone Wyss und Jonas Kiener (r.) bei der Bismarck.

Simone Wyss und Jonas Kiener wollen die Sicherheit für Fahrradfahrer im Bucheggberg verbessern. Der Bezirk wäre an sich ein schönes Ausflugsziel - durch die unübersichtlichen Strassen eignet er sich vorläufig aber noch nicht für den Langsamverkehr.

Gewöhnlich wirkt die Landstrasse zwischen dem Bahnhof Lohn-Lüterkofen und dem Restaurant Bismarck nicht wie ein sonderlich hoch frequentierter Streckenabschnitt. Zu den Stosszeiten jedoch herrscht dort ziemlich viel Verkehr. Unübersichtlich ist die Strasse zu jeder Zeit – besonders in der Kurve auf dem Hügel kurz vor dem Wirtshaus. Für Velofahrer sind das schlechte Nachrichten, egal, ob sie während der Rushhour auf der schmalen Strasse unterwegs sind, wenn die Autofahrer sie bei Gegenverkehr kaum überholen können, oder tagsüber, wenn der eine oder andere Automobilist vor dem Hügel gerne das Gaspedal etwas runterdrückt.

Ein Treffen mit der Repla, um ein Signal zu setzen

Höchste Zeit, etwas für die Sicherheit des Langsamverkehrs zu unternehmen, finden Simone Wyss und Jonas Kiener, Co-Präsidenten der Grünen Bucheggberg Wasseramt. Nicht nur die Situation auf der Bismarck haben sie ins Auge gefasst, sondern den gesamten Bucheggberg. Denn dieser sei für Radfahrer grundsätzlich «ungemütlich oder gar gefährlich». Zwar weist «Veloland Schweiz» eine Veloroute von Schnottwil durch Hessigkofen nach Lohn-Ammannsegg aus, aber diese verlaufe zu einem grossen Teil entlang der Hauptstrassen und sei stellenweise prekär, sagt Wyss. «Und im Limpachtal gibt es überhaupt keinen Veloweg.»

Am 19. August wollen sich die beiden Co-Präsidenten mit Peter Portmann vom Amt für Verkehr und Tiefbau und mit Matthias Reitze von der LangsamverkehrsOffensive Solothurn (LOS!) der Repla Espace Solothurn treffen, um mögliche Massnahmen im Bucheggberg zu besprechen. «Wir wollen einfach einmal ein Signal setzen», erklärt Simone Wyss. Sprich: Für die laufende Bestandesaufnahme der Repla Vorschläge unterbreiten und den Bucheggberg stärker in den Fokus rücken. Denn zwar habe man im Raum Solothurn die Sicherheit für Radfahrer vielerorts verbessert – der Bucheggberg sei aber bisher etwas vernachlässigt worden.

«Als erste Massnahme würde es oft reichen, einen Radweg auszuschildern», sagen Kiener und Wyss. An anderen Stellen müsste man über Temporeduktionen oder Strassenverbreiterungen zugunsten eines Radstreifens nachdenken. An besagter Stelle auf der Bismarck sei es freilich nicht so einfach, bauliche Massnahmen durchzuführen, räumt Jonas Kiener ein. Aufgrund des Abhangs könne die Strasse nicht so einfach verbreitert werden. Auch die Zuständigkeit müsste man regeln. «Die Strecke liegt teilweise auf Berner Boden», erläutert Wyss.

Der Bucheggberg als verschenkte Touristenattraktion

Dennoch, der Aufwand würde sich lohnen, da sind die beiden Velofahrer überzeugt. Schliesslich habe der «Slowup» wiederholt bewiesen, dass der Bucheggberg mit seiner schönen Landschaft und der flachen Topografie viel Potenzial als Ausflugsgegend für den Langsamverkehr habe, sagt Jonas Kiener. «Aber Verkehrssicherheit und Komfort sind wichtige Faktoren, ob sich jemand aufs Velo setzt oder nicht.»

«Man verschenkt sich damit eine Touristenattraktion», ergänzt Simone Wyss. Und nicht bloss das: «Auch Pendler, die Richtung Solothurn oder zumindest zum Bahnhof Lohn fahren, werden von heiklen Strassenabschnitten abgeschreckt.» Gerade mit dem Aufkommen von E-Bikes würden sicher deutlich mehr Menschen das Auto in der Garage stehen lassen und zum Velo greifen, wäre die Verkehrssituation ermutigender, sind sich die beiden sicher. Und nicht zuletzt sei der Weg vom Bucheggberg in die Stadt Solothurn auch für die Kanti- und Gewerbeschüler eine Zumutung.

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