Hubersdorf

Stichentscheid an der Gemeindeversammlung: Moonliner ist gerettet

Der Moonliner Nachtbus fährt weiterhin nach Hubersdorf.

Der Moonliner Nachtbus fährt weiterhin nach Hubersdorf.

Der Nachtbus fährt auch nächstes Jahr weiter nach Hubersdorf. Dies entschied die Gemeindeversammlung, nachdem der Gemeinderat den Posten aus dem Budget streichen wollte.

Gemeindepräsident Gregor Schneiter zeigte sich am Donnerstagabend äusserst erfreut, dass eine Gruppe von jungen Bürgerinnen und Bürgern an die Gemeindeversammlung gekommen war. «Das ist direkte Demokratie», sagte er und im Verlauf der Versammlung wandte er sich immer wieder an die Gruppe, um ihnen die Abläufe zu erklären.

Die jungen Hubersdorfer sind aus einem bestimmten Grund gekommen: Der Gemeinderat wollte den Moonliner-Nachtbus aus dem Budget 2020 streichen. Der M55 verkehrt vom Bahnhof Riedholz über Hubersdorf, Niederwil und Günsberg bis Balm bei Günsberg. Je zwei Fahrten in der Nacht von Freitag auf Samstag und von Samstag auf Sonntag.

Werbung nützte nichts

Die Passagierzahlen waren rückläufig, 2017 stiegen insgesamt 250 Leute in Hubersdorf aus, 2018 waren es noch knapp 200. «Wir haben versucht, das Angebot besser bekannt zu machen, auch bei den über 25-Jährigen», erklärte der Gemeindepräsident. Die Bemühungen hätten jedoch nichts gebracht und der Betrag von rund 6500 Franken Defizitgarantie schien für den Gemeinderat bei den wenigen Fahrten zu hoch.

Unter den 28 Stimmberechtigten im Saal waren die Meinungen geteilt. «Heute ist doch im Ausgang immer jemand dabei, der fährt», so ein Stimmbürger. Der Beitrag sei für eine Gemeinde mit der finanziellen Situation von Hubersdorf zu gross. Für einen anderen Stimmbürger stand ein weiterer Aspekt im Vordergrund: «Wir haben das Angebot gemeinsam mit den umliegenden Gemeinden ins Leben gerufen, es würde womöglich ohne uns gar nicht weitergehen.» Für einen Dritten war das wichtigste, dass «die Jungen sicher nach Hause kommen».

Die Abstimmung endete schliesslich unentschieden mit 14 Ja- zu 14 Nein-Stimmen, der Stichentscheid lag bei Schneiter, der sich für die Beibehaltung entschied, obwohl er zuvor dagegen gestimmt hatte.

2020 ist ein Planungsjahr

Der Gemeinderat prognostiziert ein ausgeglichenes Budget, nach der Steuererhöhung von 119 auf 127 Prozent im letzten Februar und einem höheren Beitrag aus dem Finanz- und Lastenausgleich von rund 260000 Franken. «2020 ist ein Planungsjahr», erklärte Schneiter zu Beginn der Versammlung. Man will sich mit verschiedenen Projekten wie der Sanierung der Abwasserkanäle, dem Bau neuer Bushäuschen oder der Sanierung der Siggern befassen. Die Nettoinvestitionen beschränken sich daher auf 85000 Franken für Investitionsbeiträge an die ARA und die Überarbeitung der Ortsplanung. 

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Autor

Alice Guldimann

Alice Guldimann

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