Sängerverband

«Singen tut der Psyche gut»: Der Sänger treffen sich in Heinrichswil

Verbandspräsidentin Edith Ursprung gratuliert den Geehrten.

Verbandspräsidentin Edith Ursprung gratuliert den Geehrten.

Die Sänger des Verbandes Wasseramt-Solothurn-Lebern trafen sich in der Gemeinde Drei Höfe. Gastgeber ist dabei der Männerchor Frohsinn Drei Höfe.

Ein Gläschen Weisswein ist ganz klar der Renner, wenn es darum geht, die Stimme auf Vordermann zu bringen. Zumal bei den Männern. Die Frauen verlassen sich mehr auf Äpfel, Halspastillen, Ingwertee oder sonstige warme Getränke. Vor dem Schulhaus des Dorfteils Heinrichswil geniessen rund 150 Sängerinnen und Sänger einen Apéro.

Gastgeber zum diesjährigen Sängertreffen des Verbandes Wasseramt-Solothurn-Lebern ist der Männerchor Frohsinn Drei Höfe. In der herausgeputzten Turnhalle beweisen die sechs Vereine in einem bunten, wohltuenden Programm ihre Freude am Singen.

«Singen tut der Psyche gut»

Diese Freude – was verhilft dazu? Die Antworten kommen spontan: «Singen tut der Psyche gut», «es ist Seelenbalsam», «der Körper kommt in Schwingung», «Singen trainiert das Zwerchfell, die Bauchmuskulatur», «Singen stärkt das Immunsystem», «Müdigkeit ist wie weggeblasen». Ein Sänger betont: «Ich habe Mühe mit meinen Augen. Nach der Probe sehe ich besser.» Ein anderer meint: «Auswendig lernen und Töne speichern regt die verstaubten Hirnzellen an, es ist eine neue Herausforderung.» Müsste da bei so viel guten Eigenschaften Singen wohl ärztlich verschrieben werden? Schön sei es zu erleben, wie ein neues Lied Form annimmt und schliesslich gefällig erklingt. Alleine zu Hause sei dies nicht möglich.

Freundschaft und Kollegialität erfahren

Die Sängerinnen und Sänger heben zudem die Freundschaften und die Kollegialität stark hervor. Es erstaunt nicht, dass viele von Nachbarn oder Freunden zum Mitmachen im Chor animiert wurden. Etliche haben bereits als Kinder in einem Schülerchor gesungen. Oder sie sind einfach von ihren Eltern in den Verein mitgenommen worden. Bei manchen bedeutete früher das Mitmachen im Chor der einzige erlaubte Ausgang seitens der Eltern. Wieder andere suchen Anschluss im Dorf.

«Ein Jass gehört nach der Probe dazu»

Dass der Ausgang, verbunden mit lebhaftem Austausch, nach der Probe dazugehört, ist leicht zu ergründen. So auch beim 91-jährigen Hugo Geiser aus Langendorf. Er wird für sage und schreibe 75 Jahre Sängertätigkeit geehrt.

Sein Vater war der Gründer des ehemaligen Arbeiter-Männerchors in Langendorf. Jede Woche ist Hugo Geiser im Männerchor Chutz anzutreffen. «Ein Jass gehört nach der Probe dazu», sagt der vife Senior und strahlt. Noch heute benötige er keine Medikamente, das Singen habe ihn jung erhalten. «Das Schlimmste ist, im Alter nichts mehr zu unternehmen», hält er mit Bestimmtheit fest.

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