Recherswil

Seit 40 Jahren mit der Gugge unterwegs: «Ich spiele Musik fürs Herz, das tut gut»

Edi Wüthrich (ganz links) an einer Probe gemeinsam mit seinen jüngeren Guggekolleginnen und -kollegen.

Edi Wüthrich (ganz links) an einer Probe gemeinsam mit seinen jüngeren Guggekolleginnen und -kollegen.

Die Musik öffnet dem ältesten Mitglied der Jguschränzer das Herz. Deshalb ist Edi Wüthrich auch an der Fasnacht immer dabei.

Jetzt kommt sie wieder, die strenge Zeit für die Guggenmusiken. Die Jguschränzer Recherswil haben knapp 40 Auftritte vor sich. In Restaurants, an Umzügen und anderen fasnächtlichen Anlässen im ganzen Kanton. Ist die närrische Zeit am Aschermittwoch bei uns vorbei, geht es weiter in den Kanton Bern. Doch diese turbulenten zwei Wochen sind für Edi Wüthrich, das älteste Mitglied der Gugge, kein Problem. Auf die Frage, ob die Fasnachtszeit nicht zu anstrengend für ihn sei antwortet er: «Nein, ich arbeite ja nicht».

Etwas tun, das Freude macht, hält fit und jung

Mit seinen 84 Jahren ist Wüthrich stets aktiv bei den Proben dabei. Einmal wöchentlich den Winter durch, im Sommer einmal im Monat. Ausserdem ist der rüstige Rentner seit 68 Jahren Mitglied der Musikgesellschaft Recherswil, wo er zusätzlich zwei Proben in der Woche meistert. «Ich spiele Musik fürs Herz, das tut gut», schwärmt er mit einem Strahlen in den Augen. Man sieht ihm an, dass das Spielen ihm Spass macht. Er möchte allen Leuten einen Tipp geben, wie sie lange geistig fit bleiben können: «Macht etwas, das euch Freude bereitet!» Neben dem Trompetenspielen löst er auch liebend gern Kreuzworträtsel. Auch dies, um sein Hirn zu trainieren.

Seit 40 Jahren spielt Wüthrich Trompete bei den Jguschränzern. «Eigentlich hat sich in dieser Zeit nicht viel verändert», sinniert er. Zahlenmässig sei die Gruppe stets etwa gleich stark gewesen. Heute zählt der Verein 28 aktive Mitglieder. Natürlich hätte das Musikrepertoire geändert. Die Stücke seien moderner geworden. Die alten Lieder spiele man nur noch selten. Wüthrich lobt, dass die Gruppe ausgezeichnet harmoniert. «Wir haben es gut miteinander», schätzt er.

Regelmässig gibt es neue Stücke zum Einstudieren

Jedes Jahr studieren die Musiker zwei bis drei neue Stücke ein. Mit Melodien die Wüthrich kennt, bekundet er keine Mühe. Unbekannte Lieder bereiten ihm etwas mehr Schwierigkeiten. Er müsse sehr gut zuhören und viel üben. Denn die Guggenmusiker spielen nicht nach Noten. Mischa Bernasconi, mit 23 Jahren jüngstes Vereinsmitglied, Oberschränzer und musikalischer Leiter bestätigt, dass Wüthrich seine Trompete im-mer noch ausgezeichnet im Griff hat. «Er ist keineswegs nur Dekoration», scherzt er.

Wüthrich ist auch seit Jahren im Vorstand. Er sei dort der ruhende Pol, der immer ein offenes Ohr für neue Ideen habe, erzählt der Präsident Stefan Born. «Edi ist ein richtiges Vorzeigemitglied, welches sich jeder Präsident wünscht», lobt er. Er sei aber auch immer wieder für Überraschungen gut. So sei er einmal, als die Gruppe nach einem Auftritt nach Hause fahren wollte, nirgends aufzufinden gewesen. Er hatte es sich in einer behaglichen Bar gemütlich gemacht und sich an einem Gin-Tonic gütlich getan.

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