Zwischen Rüttenen und Solothurn, im Wald oberhalb der Verenaschlucht, liegt der Waldpark Wengistein. Das einzigartige Areal mit dem Wengisteinmonument (Findlingsmonument) aus dem Jahr 1813 sowie einem Pavillon, von dem heute noch die Grundsteine erkennbar sind, den nahen Wallfahrtsorten und der schönen Aussicht auf Stadt und Alpen wurde damals schnell zu einem Ausflugsziel. Um die vorletzte Jahrhundertwende erhielt der Waldpark eine Ergänzung mit verschiedenen Elementen, beispielsweise dem Geländer aus armiertem Zement, das ein verästeltes Knebelwerk darstellt.

Heute bildet der Waldpark mit der Schlucht, der Einsiedelei und dem Areal um die Kreuzenkapelle ein kultur- und kunsthistorisch wertvolles Ensemble von nationaler Bedeutung. Die Denkmalpflege des Kantons will dieses Ensemble schützen. Was noch fehlt ist die Unterschutzstellung des Waldparks. Der Antrag der Denkmalpflege wird von der Grundbesitzerin, der Bürgergemeinde Solothurn, gutgeheissen. Rüttenen ist aufgefordert, eine Stellungnahme abzugeben. Rüttenens Planungskommission unterstützt den Vorschlag, will aber wissen, ob die teilweise Überschneidung von Naturschutzreservat Verenaschlucht und Waldpark Wengistein kein Probleme hervorrufen könnte. Der Gemeinderat folgt für die Stellungnahme der Gemeinde zum Vorhaben einstimmig der Empfehlung der Planungskommission.

Gewerbe und Naturschutz

Wie der Waldpark Wengistein liegt der Bargetzi-Steinbruch innerhalb der gleichen der Bürgergemeinde Solothurn gehörenden Parzelle Nummer 146. Für dieses Steinbruchareal hat der Gemeinderat, ebenfalls einstimmig, den Teilzonen-, Erschliessungs- und Gestaltungsplan «Steinbruchareal» mit Sonderbauvorschriften zur Auflage verabschiedet. Ziel sei, so Planungskommissions-Präsident Beat Affolter, zu erhalten, was bereits ist. «Wenn wir nichts machen, kann jemand kommen und bauen, was er will.» Aktuell liegt das Gebiet teilweise in der Gewerbezone. Das Gewerbegebiet ist aber mit seinen Lagerflächen für Steine auch ein wichtiger Lebensraum für Amphibien und Reptilien. Gewerbliche Nutzung und Naturschutz sollen auch künftig möglich sein.

Konkret wird die gesamte Fläche im Zonenplan der neuen Arbeitszone Steinbruch zugewiesen. Diese erlaubt den im Steinbruch ansässigen Produktions-, Handels- und Dienstleistungsbetrieben auch Verkaufsnutzungen. Im nördlichen Teil ist ebenfalls in der Arbeitszone Steinbruch ein Vorranggebiet Naturschutz ausgeschieden. Damit soll die Fauna geschützt werden und gleichzeitig der Steinbruchbetrieb weiterhin Steine ablagern dürfen.
Im Gestaltungsplan ist der Baubereich der Hauptbauten abgegrenzt. Dieser Teil umfasst im Wesentlichen das Areal rund um die bestehenden Bauten.

Rund um den Baubereich wird als Puffer die Umgebungsfläche Arbeiten festgelegt, die den Nutzungen im Hauptbaubereich dient. Im Westen liegt der Baubereich für Bauten für eine dem Forst dienende Nutzung. Dort liegt der Forstwerkhof der Bürgergemeinde Solothurn. Diese etwas umständliche Formulierung wurde gewählt, weil Forstwerkhöfe eigentlich nur im Wald platziert werden dürfen. Auch die offene Scheune im Osten gehört zu diesem Baubereich. Im Südwesten ist zudem eine kleine Umgebungsfläche festgeschrieben, in der das Geotop «Gletscherschliff und Gletschermühlen Steinbruch Kreuzen» liegt.

Das Areal wird auch künftig offen sein. Ein Zaun ist nicht vorgesehen.