Günsberg

Rolf Sterki ist der vierte SVP-Gemeindepräsident in der Region

Rolf Sterki steht auf der Wiese südlich vom alten Schulhaus. Was mit diesem geschehen soll und wie die Wiese gemeinnützig genutzt werden kann, gehört  zu den Dauerthemen in Günsberg. Michel Lüthi

Rolf Sterki steht auf der Wiese südlich vom alten Schulhaus. Was mit diesem geschehen soll und wie die Wiese gemeinnützig genutzt werden kann, gehört zu den Dauerthemen in Günsberg. Michel Lüthi

Günsbergs neuer Gemeindepräsident hätte sich eine Wahl an der Urne gewünscht. «Ich erhielt Sowohl das Gemeinderatsmandat als auch jetzt das Gemeindepräsidium in stiller Wahl», so Rolf Sterki. In seinen Augen ein Schönheitsfehler. Er wäre nicht unglücklich gewesen, wenn sich noch jemand für das Amt interessiert hätte.

Der 56-jährige Quereinsteiger, wie er selber sagt, suchte nicht eine Politkarriere, als er vor zwei Jahren angefragt wurde, für die SVP in die Wahlen zu steigen. Vorher war Sterki nie aktiv in einem politischen Amt. Nun war der Moment gekommen, der Dorfgemeinschaft etwas zurückzugeben und zu helfen. «Ich bin hier aufgewachsen und mit dem Dorf stark verwurzelt.» Nach seiner Wahl in den Gemeinderat wurde Sterki zum Vizegemeindepräsidenten gewählt. Auch in diesem Moment habe er aber niemals damit gerechnet, Ammann zu werden. Nun ist es doch soweit gekommen. Günsberg ist in der Region nach Kriegstetten, Lüterswil-Gächliwil und Bellach die vierte Gemeinde mit einem SVP-Politiker an der Spitze.

«Meist in der Opposition»

Als Einheimischer habe ihn das politische Geschehen aber immer interessiert. Er besuchte jede Gemeindeversammlung, fand sich aber meist in der Opposition. Als Beispiel nennt Sterki die Erarbeitung des Räumlichen Leitbildes. Da habe er Einsprache gehalten. «Ich habe meine Fragen gestellt zu den Bereichen, die aus meiner Sicht nicht gut liefen.» Als Gemeinderat würde er Gelegenheit haben, an der Front zu wirken und stärker Einfluss geltend zu machen als bisher. Dieser Gedanke war vor zwei Jahren mitentscheidend, für die Wahlen zuzusagen.

Rolf Sterki ist ein zurückhaltender Mensch, der ungern im Vordergrund steht. Aber in seiner Arbeit hat er eine für das Gemeindepräsidium wesentliche Fähigkeit gelernt. Der gelernte Maschinenbauingenieur ist in der IT-Branche tätig. Seit 25 Jahren arbeitet er bei der gleichen Firma und wirkt heute als Projektleiter. In dieser Funktion steht Teamarbeit an erster Stelle, wenn er beispielsweise im internationalen Umfeld ein Projekt leiten muss. «Ich bin den ganzen Tag am Organisieren, Probleme lösen und Verteilen.» Das komme ihm nun zugute. Noch muss er die Balance zwischen Arbeit und Amt suchen. Zu schnell kam der Wechsel. «Ich habe einige Altlasten, die zuerst beendet werden müssen, bevor ich die Arbeitsbelastung besser steuern kann.»

In der Firma würden sie ihm oft sagen, er sei konservativ, weil er nicht sofort auf Neues aufspringe. «Und das in der IT-Branche.» Er baue zuerst auf das Bewährte, warte ab und schaue. «Man kann auch noch ein Jahr später aufspringen, wenn es sein muss.» Aber er mache sich auch viele strategische Gedanken zur Zukunft. Die Themen seien heutzutage komplexer. «Gerade im Gemeinwesen wird es schwierig, zum Beispiel mit dem Einzonungsstopp und dem verdichteten Bauen. Das ist hochbrisant. Ich will doch in Günsberg keine Hochhäuser bauen.»

Im Skiclub viel gelernt

Sterki hat einen starken Bezug zum mit 300 Mitgliedern grössten Dorfverein. 14 Jahre lang präsidierte er den Skiclub. Als er vor zehn Jahren das Präsidium abgab, wurde er Ehrenpräsident. Seither ist er noch als Trainer aktiv. «Im Skiclub habe ich viel gelernt, beispielsweise Veranstaltungen zu organisieren oder Versammlungen zu leiten. Das sind wertvolle Erfahrungen, die ich jetzt brauchen kann. Dazu gehört auch mein Amt als Aktuar im Turnverein.» Am alljährlichen Dorffest übernimmt er auch immer wieder «Ämtli». Er war OK-Präsident und ist heute noch Finanzchef.

Zu Beginn seiner Amtszeit will Rolf Sterki den Fokus auf die Probleme im Dorf legen, diese lösen helfen und sich nicht verzetteln. Respekt habe er vor dem Gesetz. Er sei kein Jurist und müsse sich diesbezüglich Unterstützung holen. «Das ist aber zeitaufwendig. Lieber wäre mir schon, ich könnte sofort entscheiden.» Sorgen bereite ihm das neue Verkehrskonzept. «Ich muss darauf schauen, dass wir nicht abgeschnitten werden.» Ebenfalls dranbleiben will er beim Thema Antennenstandorte. Hier wird eine Studie erarbeitet, um gute Standorte zu koordinieren, auch solche ausserhalb der Bauzone. «Es sollte doch kein Problem sein, hundert, zweihundert Meter ausserhalb der Bauzone eine Antenne zu stellen, um die Einwohner vor der Strahlung zu schützen?»

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