Günsberg

Rötlich gefärbtes Wasser in den Leitungen

Die Ribiquelle in Günsberg sorgt für Unmut in der Gemeinde.

Die Ribiquelle in Günsberg sorgt für Unmut in der Gemeinde.

Die Ribiquelle versorgt zur Hauptsache die Günsberger mit Wasser. Trübungen verhindern öfters den uneingeschränkten Genuss.

Das Wasser der Ribiquelle bildet den grössten Anteil der Günsberger Wasserversorgung. Sie ist vor allem im Sommer, wenn es trocken ist, die einzige von drei Quellen, die genügend Wasser bringt. Die Quelle ist aber auch verantwortlich für Unmut in der Gemeinde. Das Wasser hatte einen hohen Kalkgehalt und neuerdings, aber nur in einigen Haushalten, oft eine rötliche Trübung, die klar von Rost in den Leitungen herrührt.

Um den hohen Kalkgehalt zu vermindern, hatte die Gemeinde 2015 eine Umkehrosmoseanlage zur Behandlung des Quellwassers Ribi installiert. Mit hohem Druck wird das Wasser durch eine Membran gepresst und so gefiltert. Seither plagt aber ein anderes Problem das Wassernetz von Günsberg: Rostwasser. Unbehandeltes Wasser aus der Umkehrosmose hat korrosive Eigenschaften.

Die Innenwände der Rohre werden angegriffen, was zu Rostwasserbildung führt. «Das ist nicht gesundheitsgefährdend aber sicher nicht angenehm. Wer will schon getrübtes Wasser trinken», sagt Gemeindepräsident Rolf Sterki. Das Problem lasse sich aber in Günsberg auf fünf Haushalte eingrenzen und trete vielleicht einmal monatlich auf. «Seltsamerweise haben benachbarte Haushalte keine Trübungen. Es ist auch möglich, dass die Leitungen in den Haushalten, es sind meist alte Liegenschaften, mitbeteiligt sind.»

Bis Ende 2020 müssen Trübungen verschwinden

Im Sommer 2019 akzentuierte sich das Problem, weil Ende 2021 die Konzession für die Ribiquelle ausläuft. Im Dezember 2019 beschloss der Gemeinderat gar, einige Haushalte für die Wassertrübungen zu entschädigen, wobei die Entschädigung nicht höher als die Wasserrechnungen der betroffenen Haushalte sein durfte. «Einige hatten natürlich Kosten für das Wasser, das sie zukauften», so Sterki.

Im März 2020 informiert die Bau- und Werkkommission von Günsberg über den neuerlichen Erhalt der Konzession für die Ribiquelle. Das Wasser darf weiterhin für die Wasserversorgung in Günsberg genutzt werden – mit einem Vorbehalt. Bis Ende 2020 muss die Gemeinde die Trübungen im Trinkwasser in Griff bekommen. Die Kommission hat daraufhin Beschwerde gegen die Konzessionserteilung erhoben, wozu sie aber nicht berechtigt war, wie der Gemeindepräsident die Kommission aufklärte.

Ein Entscheid wurde vertagt. Anfang April entschied dann der Gemeinderat, keine Beschwerde einzulegen. Man wolle das Problem selber in den Griff bekommen. Der Gemeinderat beschloss auf Rat von Experten hin, das Wasser der Ribiquelle nach der Umkehrosmose mit der Zufuhr von Natriumsilikat zu behandeln. Diese Massnahme sollte helfen, die korrosiven Eigenschaften des Wassers zu vermindern.

Neue Massnahme bringt positivere Werte

Die neue Massnahme wurde nach 24 Tagen kontrolliert. Laut den Messungen nach der Silikatdosierung haben sich die korrosiven Eigenschaften des Wassers verbessert, aber noch nicht genügend. Zwei weitere Proben stammen vom genussfertigen Mischwasser aller drei Quellen (Ribi 48 Prozent, Flüeli 27 Prozent und Mattenhof 25 Prozent), wie es auch in die Haushalte verteilt wird.

Diese Proben zeigen in Bezug auf die korrosive Eigenschaft des Wassers deutlich positive Werte. Das heisst, dass die beiden Quellen Flüeli und Mattenhof in der Mischung zu einem Ausgleich der aggressiven Eigenschaften des Wassers beitragen. Im Messbericht wird die positive Wirkung der Massnahme erläutert, gleichzeitig treten aber nach wie vor «augenfällige» Korrosionserscheinungen auf.

Das behandelte Wasser der Ribiquelle muss nicht während des ganzen Jahres beigemischt werden. Ab wann im Jahresverlauf darauf verzichtet werden kann, sei vom jeweiligen Wasserbedarf abhängig, so der Bericht. «Wir nähern uns dem bestmöglichen Fall, aber wir müssen die Massnahmen noch anpassen», erklärt Sterki.

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