Kommentar
Ressortsystem Biberist: Die SVP muss nun zeigen, dass sie auch konstruktiv mitarbeiten kann

Nach der Ablehnung des Ressortsystems ist die SVP nun in der Pflicht. Sie muss zeigen, dass sie nicht nur Nein sagen kann.

Rahel Meier
Rahel Meier
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CVP, FDP, Grüne und SP standen geschlossen hinter der Einführung des Ressortsystems.

CVP, FDP, Grüne und SP standen geschlossen hinter der Einführung des Ressortsystems.

Oliver Menge

153 Stimmen gaben letztlich den Ausschlag und führten zur Ablehnung des Ressortsystems. Das ist bei einer Anzahl von 5724 Stimmberechtigten sicher nicht viel. Es ist aber auch kein Zufallsresultat. Wenn man bedenkt, dass CVP, FDP, Grüne und SP geschlossen hinter der Einführung des Ressortsystems standen, muss man sich fragen, was falsch gelaufen ist.

CVP, FDP, Grüne und SP haben es offensichtlich nicht geschafft, ihre Basis von der Notwendigkeit eines Systemwechsels zu überzeugen. Gerade bei der FDP traten einige ehemalige (und verdiente) Kantons- und Gemeinderäte offen gegen die eigene Partei an. Diese «alten Männer», wie sie hinter vorgehaltener Hand auch ab und an etwas despektierlich genannt wurden, haben gemeinsam mit der SVP den richtigen Ton getroffen. Sie haben vorwiegend mit den finanziellen Folgen argumentiert. Die Befürworter konnten den Mehrwert, den das neue System ihrer Meinung nach bringt, zu wenig verdeutlichen.

So geht Biberist mit dem bisherigen System in die neue Legislatur. Dass der Ratsbetrieb heute nicht immer gut läuft, ist kein Geheimnis. Dass es in Biberist Änderungen braucht, ist ebenfalls klar. Ebenso klar ist: Die SVP ist nun in der Pflicht. Sie muss zeigen, dass sie nicht nur Nein sagen, sondern auch konstruktiv mitarbeiten und die Zukunft mitgestalten kann. Die Parteien und Gemeinderäte müssen sich so schnell wie möglich zusammenraufen und wieder vermehrt zusammenarbeiten. Zum Wohl der Gemeinde. Denn dieses liegt unbestritten sowohl den Verlierern, als auch den Gewinnern der heutigen Abstimmung am Herzen.