Näijerehuus Hersiwil

Reich an Vielfalt und Fülle zeigt die dritte Ausstellung der Gruppe x.art fünf eigenständige Positionen

Thomas Zahnd (links), Natascha Ortega (hinten), Aschi Glanzmann (kniend) und Joschi.

Thomas Zahnd (links), Natascha Ortega (hinten), Aschi Glanzmann (kniend) und Joschi.

Die aktuelle Ausstellung von x.art im Näijerehuus ist ein fulminanter Abschluss eines ungewöhnlichen Veranstaltungsjahres. Thomas Zahnd (Alchenstorf), Markus Dominkovits (Bellach), Natascha Ortega (Selzach), Joschi (Rüttenen) und Aschi Glanzmann (Solothurn) zeigen ihre neusten Werke.

«So vielfältig, wie die Materialien sind, mit denen sie arbeiten, die sie bearbeiten, so verschieden, überraschend und kunstvoll gestaltet sind ihre Bilder, Objekte und Skulpturen», so Georg Schmid vom Näijerehuus in seiner Eröffnungsrede. Anwesend waren die 30 Personen, die nach Anmeldung im Rahmen des Schutzkonzeptes zugelassen waren.

Er beleuchtete die Entwicklung und Verbindung von Seh- und Tastsinn in der Menschheitsgeschichte und schlug gekonnt einen Bogen zu x.art. Nicht zuletzt betonte er den Drang nach Ausdruck als verbindendes Element der fünf Künstlerinnen und Künstler.

Die Keramikerin Natascha Ortega etwa sucht ihn in ihren naturalistisch ausgearbeiteten menschlichen Figuren aus hellem Ton. Unglasiert und nur einmal gebrannt, zeichnet eine gewisse «Erdigkeit» die Figuren aus: Das Element Erde ist durch die Materialität in jedem einzelnen Werk enthalten. Als Keramik zerbrechlich und gleichzeitig stark. Ortega greift Szenen auf, die berühren, sie vermag Emotionen zum Ausdruck zu bringen. Es sind vorwiegend Menschen, die sie interessieren.

Joschi, mit ganzem Namen Josef Schacher, erschafft ebenfalls Figuren. Der Eisenplastiker kreiert aus Altmetall Neues, oft menschlich anmutende Tiere; beispielsweise der motorradfahrende Hahn oder «Madame Rouge», ein übergrosses Vogeltier auf Stöckelschuhen, mit rötlichem Schopf. Sie zeugen von seinem Humor und seiner grossen handwerklichen Fertigkeit. Gabelspitzen formieren sich zum Federkleid, Schraubenmuttern bilden aneinandergereiht einen Körper. Ausgestellt sind auch Gebrauchsgegenstände im weitesten Sinn: ein Spiegel etwa, die «Chugelibahn» mit ihrem unverkennbaren Metall-auf-Metall-Geräusch, wenn man die Kurbel bedient, oder die «Bewegungsmaschine», die durch einen Bewegungsmelder in Fahrt kommt, sobald sich Besuchernähern.

Mit Metall arbeitet auch Thomas Zahnd. Er kombiniert es mit Holz. «Es sind mehrheitlich Holzstücke, die ich im Wald gefunden habe», sagt er. Sie wirken auf den ersten Blick weich wie Schwemmholz. Er stellt ihnen Metallformen und -flächen zur Seite. Damit unterstreicht er, was vorhanden ist, denkt es weiter und schafft dadurch, mal mit mehr Metall, mal mit weniger, neue meist abstrakte Skulpturen.

Aschi Glanzmann hat Bilder und Zeichnungen ausgestellt. Er malt zur Musik, bringt die beim Musikhören wachgerufenen Emotionen in starken Farben auf die Leinwand. Der Kubismus ist ihm eine Orientierung, dort findet er die Freiheit, Gegenstände zu verfremden, bis sie sich, dennoch erkennbar, als Fläche in ein Farbenspiel integrieren. Erstmals zeigt er auch Zeichnungen der Stadt Solothurn.

Markus Dominkovits zeigt Kaffeebilder auf Leinwand, Figuren lösen sich in feingliedrige Muster auf, farblich in schwarz-weiss gehalten, mit allen Facetten eines Kaffeebrauns ergänzt. Filigrane Metallplastiken nehmen seine Handschrift auf und zeugen von einem unermüdlichen Schaffen.

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