Am Samstagabend war es wieder soweit: Eine weitere Ausgabe der alle zwei Jahre stattfindenden Azeiger Kulturnacht im Schlösschen Vorderbleichenberg ging über die Bühne(n). Die AZ Anzeiger AG und der Anzeiger Bucheggberg-Wasseramt luden alle Mitwirkenden bei der Ausschreibung zum Kulturförderpreis ins Schlösschen ein, damit dort Ihre Eingaben ausgestellt und vor Publikum präsentiert werden konnten. Aus elf eingereichten Arbeiten und Präsentationen aus fast allen Kultursparten, wählte die Jury dieses Jahr sechs Preisträgerinnen und Preisträger aus.

Bis die Sieben (ein Preisträger ist ein Duo) allerdings erfuhren, in welcher Höhe der ihnen zugestandene Preis sich bewegt, mussten sie und das zahlreich ins Schlössli angereiste Publikum sich noch bis um elf Uhr abends gedulden. Bis dahin war aber im Halbstundentakt ein abwechslungsreicher Mix aus Auftritten aller Teilnehmenden zu erleben und gleichzeitig eine Bilderausstellung der jungen Mitmachenden zu betrachten. So konnte sich das Publikum einen Überblick über das vielfältige künstlerische Schaffen des regionalen Nachwuchses verschaffen. Es gab Tanz, Rap, klassische Musik, Folkklänge, Jazziges oder auch einen Trickfilm zu bestaunen.

Dann endlich war es soweit: im kleinen aber schmucken Theatersäli des Schlösschens schritt Azeiger-Geschäftsführer Hansruedi Wüthrich zur Moderation der Förderpreisverleihungen. Er betonte, dass es sich hier nicht um eine Siegerehrung handle, sondern dass es um Förderung künstlerischen Schaffens ging.

Rap bis Cello, Tanz bis Trickfilm

Die Laudatoren waren danach gefordert. Als Erstes sprach Oskar Fluri für Andrea Fortmann. Sie überzeugte die Jury mit ihrem Animationsfilm «Tepetum Lucidum - Leuchtender Teppich», in dem sie auf verblüffende Weise den Kreislauf des Lebens und Sterbens illustriert. Sie erhält dafür 3 000 Franken.

Jürg Nägeli sprach für das Duo Jonathan Sollberger und Jan Guggisberg, welche für ihre Arbeit als Rapper und Musiker einen Preissumme von 3 000 Franken.

Die junge Cellistin Anna Jeger war die nächste Preisträgerin, welcher ebenfalls 3 000 Franken zugesprochen wurde. Statt Bruno Späti, der sich entschuldigen musste, verlas wiederum Jürg Nägeli deren Laudatiotext.

Mit dem Tänzer Roman Solano zeichnete die Azeiger-Jury einen Künstler aus, der derzeit in den elektronischen Medien für Furore sorgt. «Sein Handicap macht er zu seinem Markenzeichen», meinte die Laudatorin, die Tänzerin Anja Gysin. Auch ihm wurden 3 000 Franken zugesprochen.

Die Jazzmusikerin Adina Friis konnte wiederum aus den Händen von Nägeli ein Preisgeld von 4 000 Franken entgegennehmen. Sie wurde für ihren unbeirrbaren Weg als Pianistin, Komponistin und Sängerin ausgezeichnet.

Der Illustrator Jan Merlin Pulfer überzeugte die Jury ebenfalls. Seine Arbeit «Nora und ich», in der er sich mit der bildnerischen Welt seiner 3-jährigen Nichte auseinandersetzt, war der Jury die Preissumme von 4 000 Franken wert.

Die Verleihung wurde vom Bläseroktet «Clarinamici» umrahmt. Wüthrich dankte zum Schluss und meinte als Aufruf an alle jungen Künstler: «Bleibt dran und macht weiter. Es lohnt sich».