Das Projekt des kantonalen Amtes für Verkehr und Tiefbau behandelt die Haupt-, die Galmis- und die Obere Steingrubenstrasse. Der VCS verlangt in seiner Einsprache eine Zurückweisung. Die Lärmsanierung sei mit Massnahmen an der Quelle, also mit Verkehrsberuhigungsmassnahmen (Verkehrs- und/oder Temporeduktionen) umzusetzen, und nicht einzig mit einem lärmmindernden Teerbelag. Insbesondere fordert der VCS eine Lärmsanierung mit der Errichtung einer Tempo-30-Zone vom Coop bis zur Schule. Gerade im Bereich der Schule mit je einem Schulhaus auf jeder Seiten der Hauptstrasse befinde sich eine gefährliche, unübersichtliche Situation beim Fussgängerstreifen, den die Schulkinder öfters benutzen müssten. Zudem werde auch im Lärmschutzprojekt darauf hingewiesen, dass im Ortskern von Rüttenen die Hauptstrasse den Ansprüchen an eine Ortsdurchfahrt nicht genüge. Als mögliche Massnahme wird eine Temporeduktion empfohlen.

Lärmdämmender Belag

Der Regierungsrat weist die Beschwerde ab. Die Massnahme, einen lärmdämmenden Belag einzubauen, dränge sich auf, weil die Strasse wegen einer Bachsanierung sowieso einen neuen Deckbelag erhalten soll. Den Einbau des lärmdämmenden Belags auf den kritischen Bereich auszuweiten, mache daher Sinn.

Zudem wird nach Absprache mit der Einwohnergemeinde das Strassenprojekt zur Sicherung der Quelle auf der Galmisstrasse erweitert und die bestehende Insel, welche als Einfahrtstor geplant war, vergrössert und so der Kurvenradius der Einfahrt verkleinert. Damit und mit der Ausweitung der Tempo-50-Zone erwartet der Regierungsrat eine Geschwindigkeitsreduktion bei den Schulhäusern. Zudem würden Geschwindigkeitsmessungen durchgeführt. Je nach Ergebnis müssten weitere Massnahmen geprüft und umgesetzt werden.

Mit diesen «wirkungsvollen und ausreichenden» Massnahmen, so der Regierungsrat, könnten die Lärmpegel gesenkt und die Sicherheit bei den Schulhäusern vergrössert werden.

VCS zieht weiter

Als weitere Lärmsanierungs-Massnahme sieht das Projekt den Einbau eines lärmdämmenden Belags auf der Oberen Steingrubenstrasse im Jahr 2024 vor. Nach der Sanierung werden aber weiter bei 15 Liegenschaften die Immissionsgrenzwerte überschritten. Für diese Liegenschaften müssten Erleichterungen gewährt werden. Bei keiner Liegenschaft werden nach der Sanierung die Alarmwerte überschritten, daher müssten auch bei keiner Liegenschaft Schallschutzfenster angeordnet werden.

Der Beschluss des Regierungsrates ist fristgerecht vom VCS Sektion Solothurn beim Verwaltungsgericht angefochten worden.