Seit Jahren sind in Langendorf Konflikt- und Schwachpunkte im Strassennetz bekannt. Nachhaltige Lösungen wurden bisher nicht gefunden. Nun wurde die Verkehrssicherheit erneut überprüft, und der Bericht dem Gemeinderat vorgelegt. Ressortleiter Ivan Flury hat in Zusammenhang mit der laufenden Arbeit tief in den Archiven gegraben und Spannendes herausgefunden. Ein alter Plan aus dem Jahr 1952 zeigte beispielsweise auf, wie das Dorf zu wachsen begann und dass man grosszügig Strassen plante. «Die meisten wurden allerdings nie gebaut», so Flury.

Dieses Phänomen zeigen auch die nächsten Pläne. Viele der Sammelstrassen, die man in den 70-er oder 80-er-Jahren vorsah, wurden nicht realisiert. Und so müssen heute Quartierstrassen Funktionen wahrnehmen, die sie gar nicht erfüllen können.

Simon Vogt (Metron Verkehrsplanung) und Rudolf Schluep (Bauberatungen und Dienstleistungen) stellten dem Gemeinderat das Resultat der Verkehrsanalyse kurz vor. 20 Konfliktstellen wurden nach intensiven Diskussionen in Workshops ausgemacht. Engstellen, Schleichverkehr, mangelhaftes Sichtweiten, zu hoher Geschwindigkeit bis hin zu Lücken in der Fusswegführung sind die Themen. Bündelt man die Konfliktpunkte, dann ergeben sich drei prioritäre Handlungsräume. Das ist der Grossraum zwischen Bahnhof, Parking Ladedorf und Konzerthallenstrasse bis Schulhausstrasse. Dann der Bereich Stöcklimattstrasse zwischen Weissensteinstrasse und Rüttenenstrasse und schliesslich der Bereich Knoten Rüttenenstrasse/Rötistrasse.

In einem nächsten Schritt sollen konkrete Lösungen definiert werden. Die Planer versuchen dabei insbesondere, Lösungen mit Weitsicht vorzuschlagen. Einen Knoten lösen und damit an anderer Stelle einen neuen schaffen, könne nicht das Ziel sein. Es soll auch grob berechnet werden, was die einzelnen Massnahmen kosten. Zudem werden breite Kreise zur Mitwirkung eingeladen, unter anderem auch das Amt für Verkehr und Tiefbau, das in den nächsten Jahren mehrere Projekte in Langendorf umsetzen wird. Erst wenn die konkreten Lösungen bekannt sind, soll die Bevölkerung mitwirken.

Die Mehrheit der Gemeinderäte zeigte sich erfreut über die vorliegende Analyse. «Sie ist einfach und schlicht gehalten und so auch verständlich», meinte etwa Daniel Hürlimann. Hans-Peter Berger äusserte seine Hoffnung, dass dieses Mal nicht nur geplant, sondern auch umgesetzt werde. Und Ivan Flury machte deutlich, dass es nicht das Ziel sein könne, nur punktuell Verbesserungen anzubringen. «Das Strassennetz muss für alle funktionieren.»

Immer wieder informieren

«Langendorf ist Natur»: Unter diesem Titel steht ein Konzept der Umweltschutzkommission (USK), mit dem bis ins Jahr 2021 naturnahe Flächen im öffentlichen und privaten Raum gefördert werden sollen. Bisher wurden in Langendorf vor allem Einzelprojekte umgesetzt, beispielsweise die Blumenwiese am Panoramaweg, erklärte Ressortleiterin Gisela Schultis im Gemeinderat. «Nun haben wir versucht, ein ganzheitliches Konzept zu erarbeiten. Ziel ist es die Biodiversität zu erhalten und zu verbessern.»

Martin Sollberger und Hansruedi Eichelberger (USK) zeigten Details des Konzeptes auf. So sollen alle Einwohnerinnen und Einwohner nächstes Jahr Samentüten erhalten, mit dem sie bei sich zu Hause einen Quadratmeter als Naturgarten ausgestalten können. Auch die Neophyten sollen möglichst aus den Gärten verschwinden. Zudem sollen Informationsanlässe stattfinden und Informationsmaterial bereitgestellt werden. Das Konzept wird an bereits umgesetzte Massnahmen anschliessen. So soll 2020 beispielsweise die Blumenwiese von der Kirche bis zum Friedhof erweitert werden.

Sollberger und Eichelberger haben bereits Kontakt mit der Bürgergemeinde, dem Werkhof, der Kirchgemeinde, den Schulen und auch mit BirdLife aufgenommen. «Schon kleinste Massnahmen auf engstem Raum zeigen Wirkung», so die beiden. Das Konzept wurde vom Gemeinderat genehmigt und ein Betrag von 20'000 Franken ins Budget 2019 aufgenommen.

Schöner Ertragsüberschuss

Der Gemeinderat hat zur Kenntnis genommen, dass sich das Budget für 2019 seit der ersten Lesung um rund 300'000 Franken verbessert hat und neu einen Ertragsüberschuss von 664'100 Franken ausweist. So hat Gemeindeverwalter Kurt Kohl die Steuern nochmals berechnet und den Ertrag insgesamt um 280'000 Franken erhöht. «Unsere Steuereingänge sind besser geworden. Ob das auch nachhaltig für die Zukunft ist, wissen wir nicht. Für das nächste Jahr lässt sich die höhere Zahl im Budget vertreten.» Auch die Investitionsrechnung hat sich verbessert, weil die Kanalisationssanierung der Schulanlage gestrichen wurde. Dafür muss in weiterer Hydrant auf dem Schulareal erstellt werden, damit die Löschwassersicherheit garantiert ist. Keinerlei Diskussionen gab es über den Steuersatz: Dieser bleibt bei 119 Prozent.