Luterbach

Nordzugang zum Bahnhof muss ebenfalls behindertengerecht sein

Luterbach-Attisholz ist einer der Bahnhöfe, die nicht fristgerecht umgebaut werden.

Der Regierungsrat will sich dafür einsetzen, dass der Nordzugang des Bahnhofes Luterbach-Attisholz von der SBB in das Umbauprojekt integriert und behindertengerecht umgebaut wird.

Kantonsrat Urs von Lerber (SP, Luterbach) hat im Mai den Regierungsrat mit einem Auftrag dazu aufgefordert, den Bahnhof Luterbach-Attisholz behindertengerecht und somit gesetzeskonform aufzuwerten und die Fussgängerquerung der bestehenden Unterführung nach Norden zur Erschliessung des Industrieareals Attisholz-Süd bis Ende 2023 zu realisieren. Fast wortwörtlich die gleiche Aufforderung erging mittels einer Motion auch an der Gemeindeversammlung im Juni zuhanden des Gemeinderates.

Einfluss des Kantons ist nur gering

Die SBB wird die Frist für den behindertengerechten Umbau bei 123 Bahnhöfen in der Schweiz bis Ende 2023 nicht einhalten können. Im Kanton Solothurn sind neben Luterbach-Attisholz auch Bettlach, Selzach, Deitingen, Oberbuchsiten, Hägendorf und Wangen bei Olten betroffen. Für Luterbach-Attisholz ist eine Umsetzung im Jahr 2026 vorgesehen. Laut Antwort des Regierungsrates werden die SBB vorläufig «Ersatzmassnahmen» umsetzen. Dazu zählen beispielsweise mobile Rampen oder Lifte. Der Regierungsrat macht zudem deutlich, dass sein Einfluss auf die zeitliche Umsetzung des Umbaus des Bahnhofes Luterbach-Attisholz nur gering sind. Dies, weil seit der Neuordnung der Finanzierung der Bahninfrastruktur Kantone und Gemeinden die Bahnprojekte nicht mehr finanzieren.

Nach Auffassung der Behörden des Kantons Solothurn umfasst die Pflicht zum behindertengerechten Bahnhof die entsprechenden Bahnzugänge sowohl von der Südseite (Dorf) als auch von der Nordseite (Arbeitsplätze, Attisholz Süd) her. Die bisherigen Absichten der SBB würden sich aber darauf beschränken, eine Perronerhöhung auf einer Länge von 160 Metern zu realisieren und dazu beim Mittelperron und beim Zugang auf der Südseite je eine neue Treppe/Rampe zu bauen. Konkret gesagt: Der behindertengerechte Zugang von der Nordseite her, wäre nicht Bestandteil des SBB-Projektes.

Der Regierungsrat verspricht in seiner Stellungnahme, dass der Kanton sich dafür einsetzen wird, dass auch die Nordseite in das Projekt der SBB integriert wird. «Der Bahnhof Luterbach-Attisholz erschliesst nicht nur das Dorf, sondern auch die wichtigen Arbeitsplatzebiete nordseitig. Rund die Hälfte der Bahnkunden ist auf den nordseitigen Bahnzugang angewiesen.»

Agglomerationsprogramm kommt zum Tragen

Der Regierungsrat macht weiter darauf aufmerksam, dass der Bahnhof Luterbach-Attisholz funktional mehr als den reinen SBB-Perimeter mit Perron und Fussgängerquerung umfasst. Zum Umfeld gehöre auch die Verknüpfung von Bahn und Bus mit den entsprechenden Zugängen. Der Bahnhof werde deshalb im Agglomerationsprogramm behandelt. So sei im Agglomerationsprogramm 3. Generation ein Projekt für die Neugestaltung des Bahnhofzuganges vorgesehen, allerdings erst als B-Massnahme. Bisher gebe es keinen Konsens zwischen SBB, Kanten und Gemeinde über eine geeignete bauliche Lösung und darüber, ob eine Unter- oder eine Überführung realisiert werden soll. Es werde deshalb Sache des Agglomerationsprogrammes 4. Generation (Realisierung 2024 bis 2028) sein, die entsprechenden Massnahmen zu definieren und dem Bund einzureichen.

Urs von Lerber ist mit der Antwort des Regierungsrates nur bedingt zufrieden. «Mir ist klar, dass die SBB die Hauptakteurin ist. Aber dass nach einer Übergangsfrist von 20 Jahren nicht alle Bahnhöfe umgebaut sind, ist ein Armutszeugnis und zeigt, welchen Stellenwert die SBB diesem Thema beimisst. Der Regierungsrat hätte seine Antwort deshalb ruhig etwas pointierter fassen können.» Als positiv wertet von Lerber aber, dass der Regierungsrat erkannt hat, dass der Zugang von Norden her ebenfalls wichtig ist und sich für dessen Umsetzung einsetzen will.

Meistgesehen

Artboard 1