Gemeindeversammlung

Noch zu viele offene Fragen zum Stromlieferanten-Wechsel: Zuchwiler Stimmbürger lehnen Antrag ab

Statt der bisherige Stromlieferant AEK soll bald Regio Energie Solothurn den Strom für Zuchwil liefern. AEK hat aber Beschwerde eingelegt und indirekt auch eine Vorlage an der Gemeindeversammlung zu Fall gebracht.

Statt der bisherige Stromlieferant AEK soll bald Regio Energie Solothurn den Strom für Zuchwil liefern. AEK hat aber Beschwerde eingelegt und indirekt auch eine Vorlage an der Gemeindeversammlung zu Fall gebracht.

Die Gemeinde soll nicht Besitzerin der Stromzähler in den Häusern und von Messgeräten in den Trafostationen werden. Die Gemeindeversammlung beschloss Nichteintreten auf das Geschäft. Noch gebe es zu viele Fragen zum Wechsel des Stromlieferanten von der AEK zur Regio Energie Solothurn.

Selten genug musste die Mehrheit des Gemeinderates von Zuchwil in den letzten Jahren eine Niederlage einstreichen. An der von 106 Personen besuchten Gemeindeversammlung war es wieder einmal so weit. Die Mehrheit der anwesenden Stimmberechtigten lehnte den Einstieg in die Netzstufe 7 mit dem Kauf der Stromzähler in den Gebäuden Zuchwils und dem Kauf von Messapparaten für rund 40 Trafostation auf Gemeindegebiet knapp ab. Der Kredit von 850'000 Franken wurde nicht gewährt. Die Netzstufe 6, das Stromnetz, ist bereits im Besitz der Gemeinde. Vor kurzem hatte der Gemeinderat, ebenfalls knapp, entschieden, die Pacht des Netzes neu auszuschreiben und sich für einen neuen Anbieter, weg von der AEK hin zur Regio Energie Solothurn, ausgesprochen.

Dagegen legte im Übrigen die AEK, wie der Gemeindepräsident Stefan Hug informierte, Beschwerde beim Amt für Gemeinden ein. Konsequenz daraus ist, dass der Anbieterwechsel nicht mehr fristgerecht, also auf Jahresbeginn, umgesetzt werden kann. Solange der Rechtsstreit nicht beigelegt ist, bleibt der Wechsel sistiert. Die AEK wird vorläufig weiterhin Strom für Zuchwil liefern.

Zu viele offene Fragen liessen das Geschäft platzen

Hug betonte, dass der Kauf der Geräte kein Muss sei. Die bisherige Besitzerin der Stromzähler (AEK) könnte die Geräte behalten oder die (vorgesehene) neue Pächterin könnte sie übernehmen. Im Vordergrund stünde für ihn das Wohl des Einwohner, sprich deren Portemonnaie. Denn der Zuchwiler Stromkonsument zahlt mit seiner Abgabe auch 3,83 Prozent für den Zins auf die 850000 Franken. Diese würde er lieber in der Gemeindekasse sehen, als bei den Energielieferanten.

Aber die Gegner dieses Wechsels haben besser für die Gemeindeversammlung mobilisiert als die Befürworter. Während der Gemeindepräsident die Meinung vertrat, dass der Wechsel des Energielieferanten keinen direkten Zusammenhang mit dem Geschäft habe, sah dies Einwohner Max Karli anders: «Die Gemeinde muss die Geräte wegen dem Wechsel kaufen. Der Bauverwalter hat sich gegen diesen Wechsel ausgesprochen. Und wir sollten keine Schritte unternehmen, bis ein Entscheid zur AEK-Beschwerde vorliegt.» Für ihn habe die Vorlage zu viele Fragezeichen. Unterstützung erhielt er von Peter Vitelli, Silvio Auderset und Ueli Bucher. «Der Gemeinderat hätte den Vertrag mit der AEK nicht ändern dürfen, weil dieser von der Gemeindeversammlung beschlossen wurde», so Bucher, Ex-Gemeindepräsident von Zuchwil.

Die Gemeindeversammlung im Lindensaal folgte dem Antrag von Karli auf Rückweisung des Geschäfts mit 47 zu 45 Stimmen.

Meistgesehen

Artboard 1