Markus Dietschi, Präsident des Vereins «Für üsi Witi», versammelte an diesem kühlen Freitagabend, die über 40 Anwesenden auf einem windstillen Platz des Infozentrums. Er freute sich sichtlich, die neue Sonderausstellung «Die Meister der Lüfte – Vögel und Fledermäuse», die zwei Saisons lang hier zu sehen sein wird, zu eröffnen.

Der Verein «Für üsi Witi» hat die Ausstellung vom BirdLife-Naturzentrum La Sauge übernommen und in über 600 Stunden Arbeit seit November 2018 auf das Infozentrum in der Witi angepasst. Dietschi begrüsste auch Carl’Antonio Balzari vom BirdLife-Naturzentrum La Sauge und stellte ihn als Vater der Ausstellung vor. «Ich will mich nicht mit fremden Federn schmücken», rückte dieser die Ankündigung mit einer passenden Metapher ins rechte Licht. Die Ausstellung über die Vögel sei vom gleichnamigen Zentrum Neeracher Ried konzipiert, für die Ausstellung in La Sauge durch einen Fledermaus-Teil aus dem Naturmuseum Fribourg ergänzt und nun hier wunderbar in die Umgebung eingebettet worden.

Erklärungen in zwei Sprachen

Dank der französisch-sprachigen Texte, extra für La Sauge erstellt, können die einzelnen Aspekte des Vogelfluges und vieles mehr zweisprachig erläutert werden. Ein grosser Vorteil für das Infozentrum, so Renata Gugelmann vom Verein «Für üsi Witi», denn das Infozentrum empfängt auch immer mehr Besucher aus der Romandie.

Die Anpassung an die Witi bedeutete in erster Linie, auf die baulichen Gegebenheiten zu reagieren, sagt Gugelmann. Das Witi-Hochstudhaus ist kleiner als der Ausstellungsraum am Neuenburgersee. Deshalb habe man den Teil zur Fledermaus kleiner gestaltet.

Wertvolle Zusammenarbeit

Da das Infozentrum nicht täglich betreut, aber dennoch täglich geöffnet ist, mussten zum Schutz der Exponate teilweise Vitrinen montiert werden. Thematisch passe die Ausstellung bestens nach Altreu, denn hier kann der Vogelflug in freier Natur beobachtet werden. Etwa am Beispiel eines Seglers wie auch am Storch. Aber auch andere, kleinere Vogelarten sind hier zu Hause. Zudem sei es für das kleine Infozentrum nicht immer einfach, eine passende Ausstellung zu finden, die auch finanzierbar sei. Deshalb ist für den Verein der Kontakt mit anderen Vogel- und Naturschutz-Zentren wichtig. Es bieten sich dadurch immer wieder Zusammenarbeiten und Möglichkeiten zum Austausch.

Im Hochstudhaus wird der Besucher von einem grossen Holzmodell eines Mäusebussards, auf das man sich legen kann, empfangen. Streckt man den Kopf genug tief in Richtung Kopf des Vogels, geht ein Film an, der als Imitation den Blick des Mäusebussards aus der Luft erfahrbar macht. Ein anderes kleines Modell erklärt die Thermik. Hält man den Knopf gedrückt, erwärmt sich mittels einer Halogenlampe die Luft über dem schwarzen Grund und bringt die kleinen Papiervögel in Bewegung.

Gleich daneben bewegt sich eine kleine ausgestopfte Kohlmeise auf und ab, sobald der Ventilator angestellt wird. Zum Teil mit einfachen Mitteln umgesetzt, werden die Funktionen der Körperteile und Eigenheiten der Tiere anschaulich gemacht – nicht nur für Erwachsene, sondern gerade auch für Kinder.

Ein Ohr für die Horstbesitzer

Die Vernissage an diesem Abend war auch Ort der Begegnung. So waren Horstbesitzer anzutreffen, die das Gespräch zu Vereinsvertretern suchten. Eine von ihnen ist Gabriela Forster, die sich letzthin um zwei verunfallte Störche gekümmert hat. «Wir leben hier eng mit den Störchen zusammen, da kann ich nicht einfach wegschauen, wenn sich ein Tier im Draht verfängt und mich mit grossen Augen anschaut», sagt sie. Gugelmann hört zu, gibt Auskunft. Sie kennt schliesslich nicht nur die Horstbesitzer, sondern auch die gefiederten Bewohner – wenn nicht beim Namen, so doch bei der Nummer am Fuss.