Das neue Fabrikationsgebäude der Fraisa SA soll nichts weniger als das Ende des Schichtbetriebes für die Mitarbeitenden einläuten. Dies versprach Firmenchef Josef Maushart am Spatenstich der anwesenden Belegschaft. Die verbesserte Gebäudehülle erlaube eine Klimatisierung der neuen Fertigungshalle. Diese sei Voraussetzung für den mannlosen Betrieb der Maschinen. Dank des mannlosen Nacht- und Wochenendbetriebes soll es mit dem Bezug der neuen Fertigungshalle in der Fraisa überhaupt keinen Schichtbetrieb mehr geben.

Der Startschuss für die Bauarbeiten auf dem Gelände gaben am Montag die Firmenleitung der Fraisa SA, Vertreter des Generalunternehmers Losinger Marazzi und von der Gemeinde Bellach sowie Mitarbeitende. In den nächsten 15 Monaten entsteht eine Fertigungshalle mit Bürotrakt, im Anschluss stehen Renovations- und Anpassungsarbeiten an der bestehenden Infrastruktur an. Im Zuge des Aus- und Umbaus werde die Arbeitsumgebung für die Mitarbeitenden nochmals deutlich verbessert. Zudem würden Energieeffizienz und Produktionseffizienz wesentlich gesteigert. «Wir kommen hier im Hochlohnland Schweiz dank Höchstautomation nahe an die Produktionskostenniveaus in Tieflohnländern», erklärte Maushart.

Der Neubau entsteht angrenzend an das bestehende Produktionsgebäude. Darin finden neben einer Produktionshalle im Norden Büro- und Besprechungsräumlichkeiten, eine Tiefgarage inklusive Ladestationen für Elektrofahrzeuge und ein Verpflegungsbereich mit Terrasse Platz. Mit der Realisierung des Neubaus werden ein altes Gebäude im Westen sowie zwei provisorische Holzbauten im Osten rückgebaut. Nach dem Umzug der Schleifmaschinen in die neue Halle stehen weitere bauliche Massnahmen im Innenbereich des bestehenden Fabrikationsgebäudes an, um auch dort die Fertigungsabläufe zu optimieren.

30 neue Arbeitsplätze

Mit der Erweiterung wächst die Produktionsfläche um 1570 Quadratmeter, was 60 Maschinenplätzen entspricht. Die Fraisa werde damit in der Lage sein, die Maschinenkapazität von heute 37 Maschinen nach Bedarf auszubauen, so Maushart. Mittelfristig sei die Schaffung von 30 neuen Stellen am Standort Bellach geplant. In der 1907 Quadratmeter grossen Einstellhalle entstehen 65 Parkplätze und acht Ladestationen für Elektrofahrzeuge.

Wegen der Kühlung der Schleifprozesse ist die Produktion der Fraisa vergleichsweise energieintensiv. Der gesamte Kühlölkreislauf wurde zusammen mit der Fachhochschule Nordwestschweiz neu ausgelegt und damit energetisch deutlich verbessert. Eine Solaranlage zur Produktion von Strom für den Eigenverbrauch runde das Energiekonzept ab. 16 Mio. Franken kosten Neubau, Infrastruktur und Anpassungsarbeiten. Der Neubau soll September 2020 stehen. Die weiteren Umbauten werden bis Februar 2021 abgeschlossen sein.