Lüsslingen-Nennigkofen

Neu will man die Hälfte der bisherigen Energiekosten sparen

Die Mehrzweckhalle Lüsslingen-Nennigkofen hat ein neues Gewand erhalten und wurde von vielen Interessierten besichtigt.

In modernem Dunkelgrau präsentiert sich die frisch umgebaute Mehrzweckhalle Lüsslingen-Nennigkofen. Ihr neues Aussehen steht in keinem Vergleich zum vormaligen Anblick mit der unattraktiven Betonfassade. Auf dem Dach prangt eine 300 Quadratmeter grosse Photovoltaik-Anlage, die 50'000 KWh Strom im Jahr liefern soll. „Den Ausschlag zu einer Sanierung gaben die energetischen Defizite des 40-jährigen Gebäudes“, erklärte Alt-Gemeindepräsident Herbert Schluep. Die betagte Ölheizung war abgesprochen, die Steuerung der Lüftung defekt und eine Isolation fehlte vollständig. Bei der Planung stellte sich heraus, dass eine neue Heizung und eine Wärmedämmung allein nicht reichten. Auch die elektrischen Installationen waren hinfällig und ausserdem wollte man nicht rund um alte Türrahmen streichen.

So gab es aus dem ursprünglich gesprochenen Kredit von 1,8 Mio. Franken für energetische Massnahmen Kosten für den gesamten Umbau von 2,3 Mio. Franken. Nun ist auch das Elektrische auf dem modernsten Stand. Die Duschen, Garderoben und WC-Räume wurden vollkommen erneuert. Sie sind nun in freundlichen, hellen Beige- und Grautönen gehalten. Küche und Geräteräume sind vom Boden bis zur Decke frisch gestrichen, Die Tore zu diesen Räumen wurden ersetzt und entsprechen den neusten Sicherheitsvorschriften. Die Steuerung der Lüftung ist wieder intakt.

Ohne Murren genehmigte die Gemeindeversammlung die zusätzlichen Kredite. Denn die Benutzer der Halle, die Schulen und Vereine, litten unter den unangenehmen Temperaturverhältnissen. Der Präsident des Turnvereins, Philip Wirth freut sich jedenfalls, von dieser Woche an die neuen Räumlichkeiten benutzen zu können. Freude macht auch die moderne Beschallungsanlage. Sie wird bei den nächsten Anlässen, dem Hornusser-Lotto und der Abendunterhaltung mit Theater des Turnvereins, ihre Vorzüge beweisen können.

Eine intelligente Anlage

Das Herzstück des Gebäudes ist die Pelletheizung im Keller. Der Raum, wo vorher der Öltank stand, beinhaltet nun 36 Tonnen Pellets. Die beiden Öfen sind vollautomatisch gesteuert und liefern Energie dort wo sie gebraucht wird, und in der Menge, die benötigt wird. Produziert die PV-Anlage nicht genügend Strom, um die Boiler aufzuwärmen, übernimmt dies die Heizung. Die Wände sind nun mit 25 Zentimetern Aussenisolation versehen, die Fenster dreifach verglast. Schluep schätzt, dass mit den energetischen Massnahmen nur noch halb so viel Energie verbraucht wird wie vorher.  

 Den Charakter bewahren

An Grösse und Form des Baus wurde nichts geändert. „Die Herausforderung war“, erklärte Pascal Steiner vom Architekturbüro Willy Steiner AG, „den Grundcharakter zu bewahren und den vorhandenen guterhaltenen Rohbau mit einer zeitgemässen Ästhetik zu versehen. Um den immensen Energieverbrauch einzudämmen, haben wir der Halle ein Mäntelchen angezogen“, sagte er.

Eine grosse Anzahl Neugieriger kam, um die umgebaute Halle zu begutachten. Von den Besuchern hörte man viele positive Rückmeldungen. Nach rund siebenmonatiger Bauzeit steht das Gebäude den Schulen und Vereinen rechtzeitig auf den Schulanfang nach den Herbstferien zur Verfügung.

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