Derendingen

«Negative Budgets werden mit der Zeit vor dem Volk unglaubwürdig»

Fahnen schmücken Derendingens Verwaltungsgebäude.

Fahnen schmücken Derendingens Verwaltungsgebäude.

Die Rechnung 2019 der Gemeinde Derendingen weist einen Ertragsüberschuss von 402'645 Franken aus. Seit Jahren schliesst die Rechnung besser ab als budgetiert. Der Wunsch wird laut, dass realistischer budgetiert wird.

Die Rechnung der Einwohnergemeinde Derendingen weist ein ausgezeichnetes Ergebnis auf. Bei Einnahmen von 35,542 Mio. Franken und Ausgaben von 35,117 Mio. Franken resultiert ein Ertragsüberschuss von 402'645 Franken. Von diesem Betrag werden zusätzliche Abschreibungen über 400'000 Franken gemacht. Budgetiert war ein Minus von 681'760 Franken. Finanzverwalter Bruno Eberhard erläuterte, dass fast alle Kostenbereiche zum guten Ergebnis beigetragen hätten. Grössere positive Abweichungen gab es bei den Löhnen der Lehrpersonen oder beim baulichen Unterhalt.

Bei den Steuereinnahmen der natürlichen Personen schenkten Forderungen von 617'000 Franken aus den Vorjahren ein. Weniger Einnahmen gab es dafür von den juristischen Personen. Die Spezialfinanzierungen schlossen gegenüber dem Budget ebenfalls mit einem besseren Ergebnis ab. Netto wurden 11 Mio. Franken investiert. Davon fällt der Hauptanteil auf das Bauprojekt Derendingen Mitte. Die Neuverschuldung schlägt sich im Selbstfinanzierungsgrad nieder, der noch 11,94 Prozent beträgt, ebenso wie bei der Pro-Kopf- Verschuldung, die von knapp 1000 auf 2683 Franken steigt.

Mike Käsermann (FDP) stellte fest, dass die Rechnungen seit Jahren erheblich besser ausfallen als budgetiert. Er wünschte sich von den Kommissionen, bei der Budgetierung realistischer zu sein. Wenn dem Volk jedes Jahr eine negative Prognose vorgelegt würde, ginge dieses schliesslich davon aus, dass das Resultat ohnehin besser ausfalle. «So werden wir unglaubwürdig», warnte er.

Nicht über den eigenen Lohn mitbestimmen

Der Gemeinderat hat sich zum Ziel gesetzt, bis Ende Jahr eine Besoldungsrevision durchzuführen. Vorgesehen war die Bildung einer Arbeitsgruppe von acht bis neun Mitgliedern aus Vertretern von Gemeinderat, Schule und Finanzen. Extern begleitet werden soll das Projekt von der Firma Pumag AG aus Bern. Markus Baumann (SP) störte sich daran, dass Angestellte der Gemeinde in einer Arbeitsgruppe Einsitz nehmen, in der sie über ihre eigenen Löhne mitbestimmen können.

Ins gleiche Horn blies Urban Cueni (CVP). Zudem ist die Arbeitsgruppe für ihn zu gross. Der Gemeinderat kam überein, dass sich das Gremium aus Markus Baumann, Urban Cueni, Mike Käsermann und Kuno Tschumi als Vorsitzender konstituieren soll. Bei Bedarf können weitere Personen aus der Verwaltung zur Beratung beigezogen werden. Diese sollen jedoch über kein Stimmrecht verfüge.

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