Buchegg

Mit neuen Massnahmen soll das schnelle Fahren verhindert werden

Die langen geraden Strassen, die nach und von Tscheppach wegführen, verleiten zum Schnellfahren.

Die langen geraden Strassen, die nach und von Tscheppach wegführen, verleiten zum Schnellfahren.

In Buchegg sollen die Strassenräume umgestaltet werden. Dabei soll es auch ortsspezifische Massnahmen geben.

In verschiedenen Ortsteilen der Gemeinde Buchegg wird aus Sicht der Bevölkerung zu schnell gefahren. Dies hat die Behörde dazu veranlasst, eine konkrete Datenerhebung vornehmen zu lassen. Das Ergebnis zeigt, dass die Bevölkerung mit ihrer Einschätzung nicht ganz unrecht hatte.

Denn die Auswertung der Messungen auf den Kantonsstrassen hat ergeben, dass mit Ausnahme Küttigkofens die signalisierte Geschwindigkeit von 50 km/h bei allen Ortsteilen überschritten wird. Das negative Highlight bildet dabei Tscheppach. Dort fährt eine Mehrheit im Schnitt mit 69 km/h über die Hessigkofenstrasse. Einzelne Messungen beliefen sich gar auf 98 km/h.

In allen Ortsteilen wird zu schnell gefahren

Doch die Problematik beschränkt sich nicht allein auf Tscheppach. «Bei gut der Hälfte aller Ortsteile gab es im Zuge der Messungen jemanden, der mit dem Rasergesetz in Konflikt geraten wäre», sagte Christian Sigrist von SPI Planer und Ingenieure AG, die für die Verkehrsdatenerhebung zuständig war. Um der Sache Herr zu werden, sollen daher neue Massnahmen aufgegleist werden. Diese sollen sich nicht auf bauliche Umsetzungen beschränken, da dies mit hohen Kosten verbunden wäre. «Wir wollen daher versuchen mit entsprechenden Umgestaltungen sowie Markierungen zu arbeiten und so mit Hilfe optischer Veränderungen das Verkehrsverhalten zu beeinflussen», erklärte Sigrist.

Als mögliche Lösung für die Gestaltung der Ortsdurchfahrten sind etwa Kernfahrbahnen vorgesehen. Das bedeutet, die Strassen nicht richtungsgetrennt mit Hilfe einer Mittellinie zu markieren, sondern eine einzige Fläche zu gestalten und zusätzlich mittels Farbbänder an den Rändern visuell einzugrenzen. Dies führt zu einer optischen Verengung der Fahrbahn und damit zu einer besseren gegenseitigen Rücksichtnahme sowie letztlich zu einer Verlangsamung. Eine fast identische Variante ist zudem auf der Hauptstrasse in Bibern angedacht. Mit dem Unterschied, dass statt Farbbänder Radstreifen zum Einsatz kommen sollen. Im Zusammenhang mit den Kernfahrbahnen stehen zudem Geschwindigkeitsreduktionen in den Dorfkernen zur Diskussion. Dabei wird vor allem die Einführung von Tempo 40 als zielführend erachtet, da ein Tempo 30-Regime auf den Kantonsstrassen für das Amt für Verkehr und Tiefbau (AVT) tendenziell ein rotes Tuch darstellen würde. Weiter ist eine ganze Reihe an ortsspezifischen Massnahmen vorgesehen. In Bibern und Aetingen sollen etwa bepflanzten Verkehrsinseln als Eingangsbremsen fungieren, indem sie zu einer Verschwenkung der Fahrbahn führen. «Dadurch erreichen wir eine Torwirkung und eine stärkere Sensibilisierung für den Dorfeingang», so Sigrist. In Aetingen besteht bereits eine ähnliche Massnahme in Richtung Brittern. Nun soll das Konzept auch auf der anderen Dorfseite realisiert werden. Als nächster Schritt ist vorgesehen, das bereinigte Projekt dem Kanton zur Prüfung vorzulegen. Nach erfolgter Rückmeldung wird schliesslich ein Informationsanlass für die Bevölkerung stattfinden. Dieser ist für Ende 2020 geplant.

Spielplatzangebot wird verbessert

Bei den Workshops zum räumlichen Leitbild wurde in der Bevölkerung der Wunsch laut, dass die Gemeinde Buchegg Begegnungsplätze oder Spielplätze schaffen soll. Drei Frauen seien zudem im März 2020 mit dem Begehren, den Spielplatz Mühledorf entsprechend alter Pläne zu optimieren, an die Baukommission gelangt. Samuel Marti und Gemeindepräsidentin Verena Meyer wurden im April vom Rat beauftragt, in einem ersten Schritt die bestehenden Sport- und Spielplätze zu beurteilen. Als Kriterien galten die Kinderzahlen, ob es sich um ein Grundstück der Gemeinde handelt und wie die Zugänglichkeit zu einem öffentlichen WC ist.

Die Plätze sollen zudem der dezentralen Struktur der Gemeinde entsprechen. Als bisherige Favoriten kristallisierten sich Gossliwil, Aetigkofen und Küttigkofen heraus. Bei letzterem zeigte die Diskussion im Rat, dass eine Lösung mit den Kita-Betreibern gefunden werden muss, sodass sowohl die Mieter der Kita wie auch die Öffentlichkeit einen Nutzen vom Platz hätten. Die Plätze in Mühledorf und Hessigkofen wiederum sind nicht Favoriten.

In Mühledorf hauptsächlich auf Grund der Überschneidung mit der Quellschutzzone St. Margreten und in Hessigkofen wegen der Nähe zum Konfiskatraum. Beide sollen aber weiterhin unterhalten werden. Von Seiten der Gemeinde wurde ein Kostendach von 120000 Franken für die drei neuen Spielplätze festgelegt. Für das weitere Vorgehen, unter anderem das Sammeln von Sponsoring-Beiträgen, und die Ausarbeitung der Detailkonzepte ist eine fünfköpfige Arbeitsgruppe eingesetzt worden.

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