Biberist

Mit der Papieri will es nicht so recht vorwärtsgehen

Die flächenmässigen Dimensionen der ehemaligen Sappi-Papierfabrik werden erst aus der Luft ersichtlich. (Archiv)

Die flächenmässigen Dimensionen der ehemaligen Sappi-Papierfabrik werden erst aus der Luft ersichtlich. (Archiv)

Nun will der Gemeinderat das Heft selber in die Hand nehmen, um Biberist möglichst attraktiv zu machen.

In diesem Jahr soll die Standortförderung der Gemeinde Biberist neuen Schub erhalten. So lautete der Auftrag in einem Vorstoss der CVP im Gemeinderat. Gemeindepräsident Stefan Hug nahm sich das Anliegen zu Herzen. Doch seine Analyse und sein daraus folgender Antrag ist nicht auf wirkliche Gegenliebe gestossen. «Der Gemeinderat will das Heft in die eigene Hand nehmen und in Klausur gehen», erklärt Hug.

Sein Vorschlag, gemeinsam mit der Kommission Standortförderung und in Zusammenarbeit mit der Standortförderung Espace Solothurn sowie der Firma Hiag AG, der Grundeigentümerin des Papieri-Areals, eine Standortstrategie zu erarbeiten, fand nach einer langen Diskussion im Gemeinderat keine Mehrheit. «Der Gemeinderat will sich selber Gedanken machen, wie sich die Gemeinde engagieren kann, um Arbeitsplätze nach Biberist zu holen.»

Papieri entwickelt sich nicht wie gewünscht

Eigentlich hat die Gemeinde, wie erwähnt, bereits eine Kommission Standortförderung. «Da ging nicht viel», so der Gemeindepräsident selbstkritisch. Er muss es wissen, ist er doch Präsident dieser Kommission. Auch die Entwicklung in der Papieri, dem wichtigsten Gewerbeareal von Biberist, verlief im letzten Jahr nicht wie gewünscht, wie man im Gemeinderat festgestellt habe. «Ich teile diese Meinung, aber wir bewegen uns nach wie vor im Rahmen des Masterplans.»

Die Hiag Immobilien Holding AG musste im letzten Jahr einen Strategiewechsel nach einem schwierigen Jahr 2018 vornehmen. Der angekündigte Aufbau von Hiag Data und eines Rechenzentrums mit bis zu 20 Arbeitsplätzen auf dem Areal der einstigen Papierfabrik in Biberist schlug fehl. Im letzten Sommer musste vermeldet werden, dass die angestrebte Partnerschaft zwischen Hiag Data und Six, Betreiberin der Schweizer Börse, nicht zu Stande kommt.

Vergleiche man das Papieri-Areal mit Arealen in anderen Regionsgemeinden, beispielsweise Attisholz Nord und Süd, so «hinken wir hintendrein», so der Tenor im Gemeinderat. Das sieht Stefan Hug ähnlich. Er wünsche sich eine teilweise Öffnung des Areals, wie es im Attisholz gehandhabt wird. «Ein grosser Wurf, der Zuzug eines Unternehmens mit vielen Arbeitsplätzen ist wie ein Sechser im Lotto», sagt Hug. Deshalb habe er für eine Standortförderungsstrategie geworben. Vergebens, der Gemeinderat will selber wirken. (uby)

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